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Beauty
Edler Marmor für die Fingernägel

Der Marmor-Look wird meist mit dezenten Farben kombiniert und kann deshalb auch im Büro getragen werden.
Der Marmor-Look wird meist mit dezenten Farben kombiniert und kann deshalb auch im Büro getragen werden. FOTO: Алексей Вахитов/Fotolia / Алексей Вахитов
Düsseldorf. Der Gesteins-Look hat die Kosmetikbranche erreicht. Nägel selber zu marmorieren erfordert allerdings viel Geschick.

Viele Frauen empfinden es schon als eine Herausforder­ung, einen einfarbigen Nagellack „unfallfrei“ aufzutragen. Sich an ein Nageldesign heranzuwagen und die Nägel aufwendig zu verzieren, kostet Mut und vor allem Zeit. Doch der Aufwand kann sich lohnen. Im Trend sind derzeit so genannte „marble nails“, Marmornägel. Dabei werden die Nägel mit Hilfe einer bestimmten Wasser-Technik verschönert.


„Grundsätzlich ist dieser Trend für alle Frauen geeignet, die einen individuellen Stil bevorzugen“, erklärt Frank Schäberle von „alessandro international“. Das Unternehmen befasst sich mit Nagelkosmetik. Heißt mit anderen Worten: Marmorierte Fingernägel fallen ins Auge. „Abhängig vom Job und von den gewählten Farbkombinationen kann dieses Design aber natürlich auch im Büro getragen werden“, ergänzt der Spezialist aus Düsseldorf.

Für die Technik, das so genannte „Water marbling“, werden einige Utensilien benötigt. „Eine Schüssel mit Wasser, Zahnstocher, Nagellacke, Kreppklebeband und Nagellackentferner sollte man bereit stellen“, sagt Frank Schäberle. Die Auswahl der Lacke ist wichtig. „Achten Sie auf langsam trocknende Nagellacke mit einer starken Pigmentierung. Metallic und Glimmerlacke zaubern in Kombination mit kräftigen satten Farben tolle Effekte. Reine Glitzernagellacke eignen sich dagegen nicht so gut.“



Das US-Online-Magazin „Tiny Touchups“ weist darauf hin, dass keiner der verwendeten Behälter später zum Kochen verwendet werden soll, denn diese seien nach dem Marmorieren ruiniert. Vorab wird eine Grundierung aufgetragen: „Die kann transparent sein, besser aber man wählt eine neutrale Farbe wie zum Beispiel Weiß, denn die Nagellacke verteilen sich im Wasser und werden beim Auftragen selbst etwas durchsichtiger“, schreibt Make-up-Artist Luiza Burhai.

Nächster Schritt: Den zu marmorierenden Finger mit Kreppklebeband abkleben. „Und zwar so, dass am Ende nur noch der Nagel zu sehen ist“, erklärt Frank Schäberle, „das erspart später die mühsame Reinigung der Finger.“ Dann wird es spannend: „Tropfen Sie die ausgewählten Farben nacheinander in die Schüssel mit Wasser, marmorieren Sie die Oberfläche vorsichtig mit einem Zahnstocher und tauchen Sie den Nagel dann langsam in das Wasserbad.“ Der Nagellack ziehe sich nun über die Nageloberfläche.

Dann sei etwas Übung gefragt: „Halten Sie den Nagel im Wasser und entfernen sie eventuelle Lackreste an der Wasseroberfläche mit einem Zahnstocher. Danach ziehen Sie den Finger langsam aus dem Wasser. Entfernen Sie nun vorsichtig das Kreppklebeband um den Finger herum und reinigen Sie eventuell Rückstände an der Nagelhaut mit einem Nagellackentfernerstift.“ Wer es bis dahin geschafft habe, könne mit dem nächsten Nagel weitermachen. Dazu müssen aber alle Lackrückstände an der Wasseroberfläche entfernt und dann wieder die Farben Tröpfchen für Tröpfchen in die Schüssel gegeben werden.

In jedem Fall muss eine längere Trocknungszeit als beim normalen Lackieren eingeplant werden, weil die Farben sehr satt aufgetragen werden. Zum Abschluss sollte der Nagel noch mit einem „Top Coat“, zum Beispiel einem klaren Lack versiegelt werden.

Die Nageldesignerin Bianca Werron aus Saarbrücken arbeitet mit Gel-Lacken und vielen verschiedenen Pinseln. Vorteil des Gels sei, dass es unter der Lampe aushärte. Damit halte das Design auf dem Nagel drei bis vier Wochen. Weiterer Vorteil: „Für einen Marble-Effekt brauche ich das aufwendige Prinzip mit der Wasserschale nicht“, stellt die Fachfrau klar.

„Wir arbeiten im Studio meist mit der Nass-in-Nass-Technik, bei der mehrere Gele miteinander vermischt werden.“ Dabei werden verschiedene Gel-Lacke auf Papier getropft, der Nagel mit einer flüssigen Grundierung bearbeitet und dann zart mit den verschiedenen Farben verziert, in die dann vorsichtig kleine Linien gezogen werden. „In der Regel nimmt man zwei Farben“, berichtet Bianca Werron aus ihrer Erfahrung. „Es können aber auch fünf oder sechs sein. Macht aber heute eigentlich niemand, denn momentan gilt: weniger ist mehr.“

Zu bunt ist aus Sicht der Saarbrückerin nicht angesagt. Mehr als zwei Fingernägel pro Hand im Marmor-Look sollen es nicht sein. „In diesem Sommer werden viele dezente ‚Nude’-Töne getragen, Natürlichkeit ist in.“

Das sieht Artistic Director Frank Schäberle ähnlich. Er rät, den Marmor-Look zum Beispiel nur am Ringfinger zu testen und die übrigen Nägel dann in einer dazu passenden Farbe zu lackieren.