Lippenstift: So gelingt der perfekte Kussmund

Beauty : Wie der perfekte Kussmund gelingt

Roter Lippenstift ist ein Hingucker. Expertinnen erklären, worauf es beim Schminken ankommt.

„Rote Lippen soll man küssen“, trällerte Schlagerstar Cliff Richard 1963. Kein Wunder, denn Rot ist die Farbe der Liebe und der Verführung. Rote Lippen sind der Beauty-Klassiker schlechthin. „Rote Lippen ziehen immer die Blicke auf sich. Mit diesem Gedanken sollte man sich anfreunden, wenn man sich dafür entscheidet“, sagt Make-up-Expertin Louisa Bartling von der Famous Face Academy in Frankfurt. Und Rot ist im Kommen. Das zeigte sich jüngst auf der New York Fashion Week, wo ruby red lips, rubinrote Lippen, gleich in mehreren Shows der Hingucker waren.

Ein eleganter roter Mund ist jedoch nicht nur etwas für Supermodels. Jede Frau könne roten Lippenstift tragen, wenn sie ein paar Dinge beachte, sagt Louisa Bartling: „Wichtig ist die Farbwahl des Untertons. Denn die richtige Farbe kann im besten Fall helfen, die Zähne weißer erscheinen zu lassen. Blaustichige Rottöne lassen beispielsweise gelbliche Zähne weißer erscheinen, wohingegen orangestichige Rottöne einen gräulichen Zahnfarbton um einige Nuancen aufhellen.“

Greife man hier zum falschen Unterton, könnten schnell negative Effekte entstehen. Außerdem müsse der Lippenstift natürlich zum Gesamtlook passen, erklärt die Fachfrau. Hierbei spielen Kleidung und das übrige Make-up eine Rolle. „Kommt Rot im Outfit vor, bietet es sich an, den gleichen Rotton für die Lippen zu wählen. Zu Königs- oder Dunkelblau wirkt ein knalliger Rotton auffälliger als ein Dunkelrot“, erklärt Bartling.

Lippenstift gibt es in unterschiedlichen Texturen. Angeliqué Gladis, Make-up-Artist im Flaconi Concept Store in Berlin, erläutert die Unterschiede: „Je matter ein Lippenstift ist, desto dauerhafter und farbintensiver ist er. Ein matter Lippenstift lässt die Lippen jedoch etwas austrocknen. Daher rate ich zu einem Lippen-Primer, der die Lippen schützt und für langanhaltende Farbintensität sorgt.“ Ein Primer dient als Grundierung für den Rot-Ton. Er ist ab drei Euro im Drogeriemarkt erhältlich.

Cremige Lippenstift-Texturen pflegten intensiver und färbten dezenter, erläutert Angeliqué Gladis. „Wer es natürlicher mag, trifft hiermit die richtige Wahl.“ Gloss lasse die Lippen voller wirken und sei daher ideal für Frauen, die sich etwas mehr Lippenfülle wünschten.

Steht das bevorzugte Produkt fest, geht es ins Detail. „Die perfekte rote Lippe entsteht nicht erst beim Auftragen des gewünschten Lippenstifts. Vielmehr beginnt alles mit der Pflege und Vorbereitung“, sagt Louisa Bartling. Um kleine Hautschüppchen effektiv loszuwerden und die Lippen optimal auf die anschließende Pflege vorzubereiten, eignen sich Lippenpeelings. Diese enthalten oft Zucker, weshalb sie abgestorbene Zellen schonend entfernen.

Wer kein Lippenpeeling zur Hand habe, könne mit einer Zahnbürste die Lippen in kreisenden Bewegungen massieren, empfiehlt Bartling. Das fördere die Durchblutung und entferne ebenfalls abgestorbene Hautschüppchen. Danach folge eine reichhaltige Lippenpflege, die man einige Zeit einziehen lassen solle.

Damit der Lippenstift länger hält, bietet sich die Verwendung eines Lipliners an, eines Konturenstifts. Da sind sich beide Make-up-Expertinnen einig. „Damit kann die äußere Kante der Lippe präzise und sauber umrandet werden. Dies verhindert das Auslaufen der Lippenfarbe in die kleinen Lippenfältchen und sorgt somit für ein sauberes Ergebnis“, sagt Louisa Bartling. „Am besten beginnt man am Lippenherz und zeichnet die Kontur danach bis zum Mundwinkel. Daraufhin folgt die Unterlippe.“

Und damit nichts schiefgeht, hat die Dozentin der Make-up-Artist-Schule noch einen Tipp parat: „Den Lipliner kann man anschließend sanft nach innen verblenden und auch in der Lippenmitte auftragen. So verhindert man, dass irgendwann nur noch die Umrandung des Lipliners zu sehen ist.“

Statt die Farbe mit einem Lippenstift aufzutragen, kann auch ein Lippenpinsel benutzt werden. Visagisten arbeiten gerne mit diesem klassischen Make-up-Werkzeug, weil sie damit die Farbe exakter auftragen können. Zudem gelangen keine Keime auf den Stift. Mit dem Pinsel wird die Farbe direkt vom Lippenstift aufgenommen oder von einer Lippenstift-Palette. „Die Farbe wird am leicht geöffneten Mund verteilt. Wichtig ist hierbei, die Mundwinkel nicht zu vergessen“, sagt Bartling.

Damit die Farbe länger auf den Lippen halte, könne man ein Kosmetiktuch sanft gegen die Lippen pressen und anschließend erneut Farbe auftragen. „Jetzt ist auch der Zeitpunkt, den Lippen noch das gewisse Etwas zu verleihen. Klarer Lipgloss ergibt einen schönen Glanz. Ein wenig transparenter Puder hingegen, der mit einem Kosmetiktuch aufgetupft wird, führt zu einem mattierten Look“, sagt Bartling.

Doch selbst bei Profis geht beim Lippenschminken mal was daneben. Bei knalligem Rot wirkt jede Unebenheit unschön. „Kein Grund zur Panik“, sagt Louisa Bartling. Mit einem Wattestäbchen, das zuvor einseitig in Make-up-Entferner getränkt werde, lasse sich der Ausrutscher schnell korrigieren.

Mehr von Saarbrücker Zeitung