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Keine Chance für den Herbstblues

Keine Chance für den Herbstblues

Wer Körper, Geist und Seele auf die kalte Jahreszeit vorbereitet, kommt gut gelaunt durch Herbst und Winter. Neben Bewegung, frischer Luft und Licht sorgen auch Verwöhnmomente wie ein entspannendes Bad für gute Stimmung.

Wenn Regen, Wind und grauer Himmel auf die Stimmung schlagen, wenn wir uns müde und antriebslos fühlen, wenn das morgendliche Aufstehen mit jedem Tag schwerer wird, dann könnten das die ersten Anzeichen für den Herbstblues sein. Die Medizin nennt das Phänomen SAD (saisonale Depression, siehe "Hintergrund") und hat dafür therapeutische Behandlungsmöglichkeiten gefunden. Doch so weit muss es nicht kommen: Noch ist es nicht zu spät, um Körper, Geist und Seele auf die kalte und dunkle Jahreszeit vorzubereiten - und schlechte Laune gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Die UV-Strahlen des Sonnenlichts sorgen unter anderem dafür, dass das Hormon Serotonin, das "Gute-Laune-Hormon", produziert wird. Das funktioniert auch bei trübem Wetter. Ob zu Fuß zur Arbeit oder zum Einkaufen, ein kurzer Spaziergang zwischendurch oder eine ausgedehnte Herbstwanderung: Wetterfest und warm eingepackt geht es nach draußen, wo neben Licht auch Sauerstoff den Körper in Schwung bringt.

Für Kreislauf und Stoffwechsel oder als Ausgleich zum Alltagsstress: Sport und Bewegung steigern das Wohlgefühl und damit auch die Laune. Eine US-Studie ergab, dass 150 Minuten Bewegung pro Woche - auch Spazierengehen - ausreichen, um sich Gutes zu tun. Und der erhöhte Kalorienverbrauch bringt ein kleines "Guthaben" für die Weihnachtsfeiertage.

Eine Langzeitstudie der College-Universität London an 3500 Probanden hat ergeben, dass die Ernährung mit Vollkornprodukten, Fisch, Obst und Gemüse das Risiko senkt, übellaunig und traurig zu werden. Wer hingegen regelmäßig Pudding, Fertignahrung, Auszugsmehl und sehr fette Speisen zu sich nimmt, ist eher schlecht drauf. Die gesunde Kost stärkt zudem mit ihren Antioxidantien die Haut.

Tee , Kakao und Suppen sorgen jetzt für ein wohliges Gefühl. Die alte indische Heilkunst Ayurveda empfiehlt wärmende Gewürze wie Pfeffer, Ingwer und Curry.

Roter Schal, grüne Hose, gelber Pulli, rosa Mütze: Mit bunten Farben haben graue Herbst- und Wintertage keine Chance, auf die Stimmung zu schlagen. Das gilt auch beim Essen: Salate, Eintöpfe und Pizza sind ideal Speisen für den Farbenzauber auf dem Teller.

Wenn draußen kalte Herbstwinde toben oder der Regen einfach kein Ende nehmen will, dann ist zu Hause der Wohlfühlort zum Entspannen. Das ist die beste Gelegenheit für ein heißes Bad, ein gutes Buch oder ein ausgedehntes Telefonat mit einem netten Menschen.

Düfte können Gefühle positiv beeinflussen. Diese Erkenntnis macht sich die Aromatherapie seit jeher zunutze. Vanille, Minze, Rose, Zitrus und Lavendel gelten als "Seelenschmeichler". Ideal sind Duftöle, die in der Duftlampe ihre positive Wirkung entfalten.

In der kalten Jahreszeit benötigt die Haut eine Extraportion Pflege, denn sowohl die Kälte draußen als auch die trockene Heizungsluft in Innenräumen stressen das Organ. Deshalb dürfen die Pflegeprodukte jetzt reichhaltiger sein. Für ein besonders streichelzartes Gefühl sorgt eine Maske aus einer pürierten Avocado, die mit einem Teelöffel Joghurt und einem halben Teelöffel Honig vermengt wird. Auch Hände und Füße sollten regelmäßig eingecremt werden.

Auch die Haare werden in der kalten Jahreszeit besonders strapaziert. Haar-Kuren sorgen für intensive Pflege: einmal pro Woche nach dem Waschen sanft einmassieren und unter Alu-Folie oder einem warmen Handtuch einwirken lassen. Eine selbst gemachte Spülung bringt Glanz aufs Haupt: Zwei Teelöffel grünen Tee und zwei Esslöffel Kamillenblüten mit heißem Wasser überbrühen und mindestens zehn Minuten ziehen lassen. Den abgekühlten Kräutersud über das frisch gewaschene Haar gießen und nicht auswaschen.

"Egal, ob man schwitzt oder friert: Sommer ist, was in deinem Kopf passiert." Die Kölner A-Cappella-Band Wise Guys bringt es in ihrem Lied "Sommer" auf den Punkt. Wem übellaunige Mitmenschen und nasskaltes Wetter aufs Gemüt schlagen, kann zumindest in Gedanken in sonnige Gefilde reisen oder mit bunten Tagträumen und Erinnerungen an schöne Zeiten für gute Stimmung sorgen. Denn der nächste Sommer kommt bestimmt!

Zum Thema:

HintergrundDie saisonale Depression (SAD, von "Seasonal Affective Disorder"), die überwiegend im Herbst und Winter auftritt, betrifft vermehrt Menschen jüngeren Lebensalters und häufiger Frauen als Männer. Schätzungen gehen davon aus, dass in unseren Breiten etwa zehn bis 20 Prozent der Einwohner eine leichte Form der saisonalen Depression entwickeln.Je nach Ausmaß können saisonale Depressionen zu mehr oder weniger starken Einschränkungen der emotionalen Befindlichkeit und der Leistungsfähigkeit führen. "Charakteristische Symptome sind eine subjektiv erlebte Energielosigkeit, verstärkte Tagesmüdigkeit sowie Gewichtszunahme und Heißhunger auf kohlenhydratreiche Nahrungsmittel", erklärt Dr. Christa Roth-Sackenheim vom Berufsverband Deutscher Psychiater. SAD sei gut behandelbar, unter anderem mit sehr hellem weißem Licht möglichst gleich nach dem Erwachen. red