| 20:40 Uhr

Beauty
Haar-Experten geben Tipps zur Auswahl von Lockenstäben

Köln/Berlin. () Lockenstäbe gibt es in vielen Formen: dick, dünn, gerippt, aus Teflon, Keramik oder Metall. Damit sie die Wärme konstant halten und die Haare nicht kleben bleiben, sollten sie nach Angaben von Antonio Weinitschke vom Zentralverband des Friseurhandwerks mit Teflon oder Keramik beschichtet sein.

Gut seien auch Geräte, die mit Infrarotwärme arbeiteten. Die geringe Hitzezufuhr sei schonender fürs Haar.


„Stäbe mit Thermostat und Fühler messen den Feuchtigkeitsgehalt des Haares und regulieren die Temperatur entsprechend“, erklärt Rene Krombholz, Betreiber des Branchenportals friseur-news.de. Zwar seien sie etwas teurer, machten sich bei häufiger Anwendung jedoch bezahlt. „Beim Locken entziehen wir dem Haar Feuchtigkeit. Wird zu viel entzogen, führt das zu Schädigungen.“

Bei einem Gerät mit manueller Temperatureinstellung sollte man nicht weniger als 190 Grad ansteuern, rät Stephanie Schulze von der Visagistenschule Pro Academy in Berlin. „Dann öffnet sich die Schuppenschicht, zugleich ‚erschrickt sich’ das Haar aber und schließt sich wieder.“ Bei 150 Grad öffnet sich die Schuppenschicht und bleibt offen. Das kann zu Schäden an den darunter liegenden Haarschichten führen. Auch zu hoch temperierte Stäbe können die Haarstruktur schädigen.



„Manche Lockenstäbe haben den Durchmesser eines kleinen Fingers, andere einen von sechs Zentimetern“, sagt Weinitschke. „Möchte ich sprunghafte Kringellocken, brauche ich einen Lockenstab mit kleinem, für große Locken einen mit größerem Durchmesser.“ Doch das hat Grenzen: Die größten Geräte erzeugen keine Locken mehr, sondern nur dicke Wellen.

Je nach Form des Stabs bildet sich eine andere Art von Locke. Eine Spirale ergibt Korkenzieherlocken. Ein konisch geformter Stab wird zur Spitze hin dünner, er formt Beach Waves, die unfrisiert, aber nicht ungepflegt aussehen. Ein gerade geformter Stab schafft gleichmäßig fallende Locken, die glamourös wirken. Bei Welleneisen wird das Haar in die wellenförmige Zange eingelegt, die sehr akkurate Wellen erzeugt.

Ob man sich für ein Produkt mit oder ohne Zange entscheidet, ist Geschmackssache. „Jene zum Aufklappen fixieren die Strähne während der Wartezeit, erzeugen aber auch mal schnell einen Knick im Haar“, erläutert Schulze den Nachteil. Bei Geräten ohne Clip ist dagegen die Verletzungsgefahr höher, weil man die Strähnen selbst halten muss. Hier sollte man einen Handschuh mit Hitzeschutz verwenden.

„Mit einem kleinen Lockenstab kann ich sowohl bei feinem als auch dickem Haar kleine Locken formen. Aber das Endergebnis ist ein anderes“, erklärt Weinitschke. Wer feines Haar hat, teilt die Strähnen etwas größer ab, um schöne Locken zu kreieren. Krumbholz rät bei kürzerem Haar nicht zu großen Lockenstäben. „Kann ich ihn nur einmal ums Haar legen, bekomme ich keine großen Locken hin.“ Bei schulterlangem Haar erzeugt ein dicker Lockenstab, der zwei- bis dreimal ums Haar passt, natürliche Wellen.