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Experten: Kaffee ist nicht krebserregend

Experten: Kaffee ist nicht krebserregend

Die Internationale Krebsagentur, die bei der Weltgesundheitsorganisation angesiedelt ist, hatte 1991 Kaffee als „möglicherweise krebserregend“ eingestuft. Im Juni hat die Agentur nach Auswertung von mehr als 1000 Studien an Menschen und Tieren diese Bewertung zurückgezogen: Eine krebserregende Wirkung sei nicht nachweisbar.

(np) Kaffee enthält schätzungsweise rund 1000 Substanzen, von denen bis heute noch nicht alle entschlüsselt sind. Das Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin weist daraufhin, dass es sehr schwierig sei, "die Gesundheitsgefahr von komplexen Gemischen einzuschätzen, wie sie Lebensmittel darstellen".

"Jedes Lebensmittel kann regelmäßig, aber meist nur in Spuren Stoffe enthalten, die ein krebserregendes Potenzial haben. Daneben sind oft auch gesundheitsfördernde Stoffe wirksam", sagt Professor Dr. Andreas Hensel, der Präsident des Instituts. "Lebensmittel wie Kaffee oder Fleisch sind in der Regel viel zu komplexe Gemische, um allgemeine Aussagen über ihr krebserregendes Potenzial ableiten zu können, die für Verbraucher von praktischem Nutzen wären."

Kaffee enthält neben verschiedenen Substanzen, die die Gesundheit fördern, auch Inhaltsstoffe, die isoliert beim Menschen krebserregende Wirkungen haben können. Dazu zählen unter anderem Furan, Acrylamid und Polyzyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe. Auch das Koffein kann schädlich für die Gesundheit sein. Die Pflanzen bilden diesen Wirkstoff hauptsächlich zur Abwehr von Insekten und Mikroorganismen. Es handelt sich also um ein Gift. Geringe Dosen schädlicher oder giftiger Substanzen können jedoch eine positive Wirkung auf den menschlichen Organismus haben, weil sie die Widerstandskraft erhöhen.

Aus allen derzeit verfügbaren Studien zum Kaffee lässt sich keine krebserregende Wirkung belegen. Obwohl Stoffe enthalten sind, die isoliert gesundheitsschädlich sind, können andere Substanzen im Kaffee deren Wirkung mildern oder ganz neutralisieren. Das gilt auch bei anderen Lebensmitteln. Der Gehalt an unerwünschten Stoffen kann auch so niedrig sein, dass bei üblichem Konsum keine schädlichen Wirkungen zu beobachten sind.

Während die Internationale Krebsagentur das grundsätzliche Gefahrenpotenzial eines Stoffes beurteilt, bewertet das Bundesinstitut für Risikobewertung auch, welche Mengen eines Stoffes ein Mensch tatsächlich aufnimmt. Denn erst die Dosis macht das Gift. Daher hat das Bundesinstitut auch wiederholt auf das gesundheitliche Risiko durch Koffein hingewiesen. Koffein kann bei Erwachsenen zu Nervosität, Schlaflosigkeit, Herzrhythmusstörungen, erhöhtem Blutdruck und Magen-Darm-Problemen führen. Für gesunde Erwachsene gilt die Aufnahme von bis zu 200 Milligramm Koffein innerhalb kurzer Zeit als gesundheitlich unbedenklich. Dies entspricht etwa zwei Bechern Filterkaffee. Über den Tag verteilt können Erwachsene etwa das Doppelte trinken. Die Empfindlichkeit gegenüber Koffein ist jedoch individuell sehr verschieden. So führt bei manchen Personen schon eine Tasse Kaffee zu Schlafstörungen.