1. Leben
  2. Wohlfuehlen

Erste Hilfe bei Augenringen

Erste Hilfe bei Augenringen

Die Nacht war kurz und der Blick in den Spiegel am Morgen danach sorgt für einen Schreck: Unter den Augen zeichnen sich dunkle Schatten ab. Mit Concealer sind sie meist schnell abgedeckt. Bleiben Augenringe dauerhaft, können ernstere Ursachen eine Rolle spielen.

Dass sich unsere Lebensweise sichtbar auf die dünne, wenig fetthaltige Hautpartie unter den Augen auswirkt, ist für Mediziner klar. Alkohol, Nikotin, wenig Schlaf, zu viel Sonne, falsche Ernährung, Vitaminmangel, das alles kann dazu führen, dass sich unter dem Unterlid Augenringe bilden. Die Äderchen schimmern durch, und je nachdem, wie das Licht aufs Gesicht fällt, wirkt die Haut gelblich und fahl. "Meist ist es eine Kombination mehrerer Faktoren, die Augenringe hervorruft", sagt Hautarzt Harald Bresser aus München . Dementsprechend differenziert müsse man sie behandeln. Das Resultat bleibt für den Laien zu Hause vorm Spiegel erst mal das Gleiche: Der Blick wirkt müde und damit nicht sehr attraktiv.

Eine Mütze Schlaf und viel Flüssigkeit genügen nach Ansicht von Experten manchmal schon, um schnell wieder frisch zu strahlen. Wer nachhelfen will, greift am besten zu einem Abdeckstift, dem sogenannten Concealer , um die dunklen Stellen zumindest optisch verschwinden zu lassen. "Manchmal reichen schon sogenannte Highlighter aus, die Betroffene einfach unter den Augen auftragen", bestätigt der Kieler Hautarzt Johannes Müller-Steinmann. Die dunklen Stellen werden dabei aufgehellt. "Besonders gut deckt Camouflage-Make-up", ergänzt der Mediziner. "Weil es sich dabei um eine spezielle Schminke mit hoher Deckkraft handelt, können dadurch sogar starke Schattierungen verschwinden." Zusätzlich empfohlen werden eine gute Feuchtigkeitspflege und manchmal auch eine Massage. Viele Kosmetikprofis raten, den Concealer sanft einzuklopfen, um die Durchblutung der Augenpartie anzuregen. Spezielle Cremes könnten der Haut zudem die fehlende Feuchtigkeit spenden. "Sie wird dadurch etwas dicker", erläutert Müller-Steinmann. Aus seiner Sicht ist Eincremen eine gute, jedoch keine nachhaltige Alternative. Genauso wenig wie die klassischen Gurkenscheiben oder Teebeutel, die sich manche als Kompressen aufs Gesicht legen und sich davon erhoffen, dass Schwellungen zurückgehen. Auch solche Maßnahmen versprächen beim nachhaltigen Kampf gegen Augenringe nur "mäßigen Erfolg".

Ein zweifelhafter "Geheimtipp" ist aus Sicht von Medizinern der Einsatz von Hämorrhoidensalbe. "Tatsächlich sind in einigen dieser Cremes pflanzliche und chemische Substanzen, welche abschwellend wirken können", bestätigt der Dermatologe Harald Bresser. Doch wenn Kortison enthalten sei, werde die empfindliche Haut bei häufiger Anwendung dünner. Die Augenringe würden dadurch nur schlimmer.

Sollten die dunklen Schatten unter den Augen zu einem Dauerproblem werden und alle Maßnahmen wie ein gesünderer Lebensstil ausprobiert und genetische Ursachen oder Erkrankungen abgeklärt worden sein, bieten viele Hautärzte inzwischen eine Behandlung mit Hyaluronsäure an.

"Die Substanz wird mit einer feinen Kanüle direkt unter die Tränenrinne unter dem Auge gespritzt und wirkt dort wie ein Füllstoff", erklärt Johannes Müller-Steinmann. "Die Haut hebt sich wieder an und die dunklen Gefäße scheinen weniger stark durch." Der Eingriff dauere zwischen 20 und 30 Minuten und sei fast schmerzfrei. In einigen Fällen schwelle die Region unter dem Auge vorübergehend leicht an.

Auch Männer suchen Hilfe

Eine solche Behandlung ist aber nicht für jeden geeignet. Wer blutverdünnende Medikamente nehme oder Probleme mit dem Immunsystem habe, dem raten Experten von einem solchen Eingriff ab. Der Hautärzteverband Hamburg weist zudem darauf hin, dass bei Hyaluron-Behandlungen Langzeiterfahrungen noch fehlten. Die Risiken müssten also jedem Patienten vorher bewusst gemacht werden.

Frauen leiden übrigens häufiger unter Augenringen als Männer. "Wir haben in unserer Praxis maximal fünf bis zehn Prozent Männer, die etwas dagegen tun möchten", berichtet Johannes Müller-Steinmann. Bei weniger als fünf Prozent der Betroffenen haben Augenringe medizinische Ursachen wie zum Beispiel eine Nieren- oder Schilddrüsenerkrankung.