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Eine Insulinresistenz ist während der Schwangerschaft völlig normal

Eine Insulinresistenz ist während der Schwangerschaft völlig normal

(ug) In unserem Blut ist stets eine kleine Menge Traubenzucker (Glukose) gelöst, rund fünf Gramm, also etwa so viel wie auf einen Teelöffel passt. Dieser Zucker dient den Körperzellen, insbesondere dem Gehirn, als schnelle Energiequelle.



Ist zu wenig Zucker im Blut gelöst, wird man müde und unkonzentriert. Ein Zuviel an Zucker spürt man dagegen nicht. Doch viel Zucker behindert lebenswichtige Eiweiße in ihrer Funktion, fördert Entzündungen, schädigt die Blutgefäße in Herz, Augen, Nieren, Hirn und Extremitäten. Zu viel Zucker lockt auch viel Insulin aus der Bauchspeicheldrüse an. Dieses Hormon ist lebensnotwendig für unseren Zucker-, Fett- und Eiweißstoffwechsel. Doch zu viel davon macht krank und dick.

Damit während einer Schwangerschaft das heranwachsende Kind genug Traubenzucker erhält, hat die Evolution dafür gesorgt, dass ab dem vierten Monat der Stoffwechsel der Frau insulinresistent wird. Die mütterlichen Zellen reagieren nicht mehr so gut auf den Signalstoff Insulin und lassen weniger Zucker ein. Es bleibt mehr Zucker im Blut, der zum Fötus gelangen kann.

Über viele Hundertausend Jahre hat sich diese vorübergehende, aber nicht krankhafte Insulinresistenz als äußerst hilfreich erwiesen, denn bis vor 10 000 Jahren gab es meist nur wenige Kohlenhydrate (Zucker) zu essen. In unserer modernen Welt mit ihrer zuckerreichen Kost wird jedoch die Insulinresistenz während der Schwangerschaft für immer mehr (übergewichtige) Frauen zum Problem. Ihr Körper schafft es dann nicht mehr, die überreichlichen Mengen an Kohlenhydraten zu bewältigen. Es kreist trotz hoher Insulinmengen zu viel Zucker im Blut von Mutter und Kind, ein Schwangerschaftsdiabetes ist die Folge.

Dagegen hilft eine kohlenhydratreduzierte Ernährung. Dadurch steigt der Blutzucker weniger steil an, und der Diabetes lässt sich häufiger ohne Insulinspritzen behandeln. Zudem gibt es weniger übergroße und zu schwere Kinder und weniger Kaiserschnitte.