Ein Hopfenbad hilft nicht nur beim Entspannen sondern tut der Haut gut

Beauty : Wohlige Entspannung im Hopfenbad

Die Pflanze, die vor allem als Biergewürz bekannt ist, kann auch für Wellness-Anwendungen genutzt werden.

Für Theresa Hagl ist der Hopfen „pure Heimat und dadurch einfach beruhigend und zum Wohlfühlen“. Sie hat nicht nur ein Tattoo in Form einer Hopfendolde an ihrem linken Bein, sondern trägt auch einen außergewöhnlichen Titel: Die 22-Jährige wurde im August zur Hallertauer Hopfenkönigin 2019 gekürt.

„Resi“, wie Theresa von ihren Freunden genannt wird, stammt aus einem Hopfenbaubetrieb im niederbayerischen Ort Oberhornbach. Hopfen werde zwar zu 95 Prozent in der Bierproduktion eingesetzt, es gebe aber auch andere Nutzungsmöglichkeiten: „In der Beauty- und Wellnessbranche hat der Hopfen ebenso seinen Platz gefunden, sei es als Badezusatz, in Cremes, als Tee, in Salben oder Duschgels.“

Die Hopfenkönigin nutzt nach eigenen Angaben Hopfen-Lippenbalsam und -Handcreme. Bei Hopfentee schätzt sie allerdings nur den Duft, aber nicht den herb-bitteren Geschmack und zu einem Hopfenbad fehlte ihr bisher die Gelegenheit. Die Möglichkeit dazu gibt es unter anderem in Bad Gögging. In dem niederbayerischen Kurort wird neben Moor, Schwefel und Thermalwasser auch das „Grüne Gold“ für Gesundheits- und Wellnessanwendungen genutzt. „Das Hanfgewächs, das seit 2007 als Heilpflanze anerkannt ist, wirkt beruhigend, entkrampfend, entzündungshemmend und strafft obendrein das Bindegewebe“, erklärt Astrid Rundler, Tourismus-Chefin von Bad Gögging.

Die dortige Limes-Therme lädt zum „Naturhopfen Aromabad für zwei“ ein. „Im urigen Ambiente einer Hopfenhütte stößt man erst einmal mit einem Bier an, bevor man zu zweit eintaucht in den entspannenden Hopfensud“, beschreibt Rundler die Anwendung.

Eine „Hoibe“, also einen halben Liter Bier, gibt es auch für Gäste des Bodenmaiser Hofs, die sich für ein Bierbad entscheiden. Sandra Geiger-Pauli, Chefin des Vier-Sterne-Superior-Wellnesshotels im niederbayerischen Bodenmais beschreibt die Wirkung: „Das Bad ist hautpflegend, hautbildverfeinernd, stimmungsaufhellend, gewebefestigend, zellaktivierend und entspannend. Ebenso regt es den Stoffwechsel an.“ Es werde oft als Partneranwendung gebucht und könne mit einem Hopfenpeeling vorab kombiniert werden. Das rein pflanzliche Bierbad dufte würzig-herb und sei für nahezu jedermann geeignet. Nur Menschen mit ausgeprägten Krampfadern und Schwangeren werde davon abgeraten.

Erfunden wurde es nach Angaben von Geiger-Pauli bereits im Mittelalter: „Schon damals schätzen die Mönche die gesundheitsfördernden und hautpflegenden Eigenschaften von Hopfen und Malz.“ In diese Zeit fällt die Gründung von Kloster Ettal, das 1330 Kaiser Ludwig der Bayer erbauen ließ. In dem oberbayerischen Kloster wird bis heute Bier gebraut. Im Klosterhotel nebenan können die Gäste, wie angeblich einst auch der Monarch, ein entspannendes Bierbad nehmen.

Noch weiter zurück geht die Geschichte des Hopfenanbaus in Bayern. Aus der Hallertau stammen Nachweise aus dem achten Jahrhundert. Heute ist die rund 2400 Quadratkilometer große Kulturlandschaft in der Mitte Bayerns das größte Hopfenanbaugebiet der Welt.

Das Biergewürz entfaltet auch in der Weißbier-Sauna in der Nähe von München gelegenen Therme Erding seine besondere Wirkung. Zur Oktoberfestzeit gibt es dort „Wiesn Aufguss Specials“ mit Weißbier-Aufguss.

Theresa Hagl wurde im vergangenen August zur Hallertauer Hopfenkönigin 2019 gekürt. Foto: Michaela Curtis

Als „Seele des Biers“ bezeichnet die österreichische Biersommelière Birgit Rieber den Hopfen. „Die faszinierende Pflanze enthält 2000 im Wesentlichen gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe“, erklärt die Expertin. Sie ist davon überzeugt, dass sich Hopfen in der Wellness-Landschaft hervorragend einsetzen lässt, etwa, um „betörende Düfte“ zu erzeugen. Ein Hopfenkissen in der Ruhezone wirke zum Beispiel als natürliche Einschlafhilfe.

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