1. Leben
  2. Wohlfuehlen

Der Wunsch nach zarten Fußsohlen

Der Wunsch nach zarten Fußsohlen

Hornhaut an den Füßen ist zwar häufig nur ein kosmetisches Problem, kann aber am besten beim Hautarzt entfernt werden. Von Schrundensalben und Cremes rät der Saarbrücker Podologe Dominik Brummer ab.

Zarte, weiche Fußsohlen - das hat der Mensch von Natur aus nur in seinen ersten Lebensmonaten. Sobald er auf eigenen Beinen steht, reagiert die Haut auf Druck und Belastung: Hornhaut entsteht. Die Ursache dafür ist eine winzigkleine Entzündung, die dazu führt, dass die Haut ihre oberste Schicht verstärkt. "Es ist eine Art Stressreaktion", erklärt der Saarbrücker Podologe Dominik Brummer. Für den Fachmann für nichtmedizinische Heilkunde am Fuß ist Hornhaut bei nahezu jedem Kunden ein Thema. "Wie viel ich davon entferne, hängt von der Belastung ab. Deshalb benötige ich ein, zwei Termine, um den Fuß kennenzulernen", berichtet er. Ein Laufsportler benötige zum Beispiel eine dickere Schutzschicht an den Fußsohlen.

Anhand der Verteilung der Hornhaut kann Brummer auch Rückschlüsse auf Fehlstellungen des Fußes ziehen: "Ein Spreizfuß führt zum Beispiel zu Schwielen an der Fußmitte." Ursache dafür ist meist unpassendes Schuhwerk, zum Beispiel hochhackige Pumps, die die Vorfußbelastung stark erhöhen. Doch auch Schuhe, die zu klein oder zu eng sind oder spitz zulaufen, können zu Hornhaut führen. Spätestens, wenn diese Beschwerden verursacht sind, ist der Podologe die erste Anlaufstelle. "Ich entferne die Hornhaut vorsichtig mit dem Skalpell und glätte anschließend die Stelle mit einer speziellen Schleifmaschine", berichtet Dominik Brummer, der seit sieben Jahren als staatlich geprüfter Podologe arbeitet. Doch was passiert, wenn er zu viel Hornhaut entfernt? "Das kann bei neuerlicher Belastung zu einem schmerzhaften Brennen führen, bis die neue Hornhaut wieder gewachsen ist." Deshalb befragt er seinen Patienten nach deren Alltagsgewohnheiten, um herauszufinden, wie dick die Schutzschicht sein muss und an welchen Stellen sie erforderlich ist.

Für manche seiner Kunden ist Hornhaut einfach nur ein kosmetisches Problem. Besonders im Sommer, wenn die Füße in offenen Schuhen zur Geltung kommen sollen, geht es um Schönheit. Der Handel bietet eine Vielzahl an Produkten, die für streichelzarte, attraktive Füße sorgen sollen. Doch Dominik Brummer mahnt hier zu Vorsicht. Von Schrundensalben und Anti-Hornhautcremes rät er ab: "Diese Produkte können nicht zwischen gesunder und kranker Haut entscheiden. Sie werden meist großflächig aufgetragen, was zum Beispiel zwischen den Zehen, wo die Haut bereits sehr dünn ist, problematisch werden kann." Auch vor der übermäßigen Behandlung mit Bimsstein warnt er: "Dadurch wird die Haut gereizt. Durch Druck und Reibung, die dabei entstehen, wird wiederum Hornhautbildung begünstigt." Besonders gefährlich seien Hornhauthobel, da die Haut nicht ebenmäßig glatt sei und das scharfe Werkzeug kein exaktes Arbeiten zulasse. Das könne schlimmstenfalls zu blutenden Wunden führen.

Nicht nur mit solchen Verletzungen, sondern auch mit stark schmerzenden Schwielen, tiefen, rissigen Schrunden und anderen Hornhautproblemen kommen Patienten zu Dr. Manfred Wittenhorst. Der Dermatologe mit eigener Praxis in Euskirchen klärt immer die Ursachen für Hornhaut ab, denn unter anderem können auch Schuppenflechte, Ekzeme oder Neurodermitis dazu führen. Grundsätzlich empfiehlt er, die Füße regelmäßig zu pflegen. "Hier haben sich Präparate mit fünf bis zehn Urea, also Harnstoff, bewährt, die auch frei im Handel erhältlich sind", berichtet er. In manchen Fällen seien auch höhere Konzentrationen erforderlich. Sein Rat: "Bei Rötungen, Schmerzen oder Juckreiz sollte man zum Hautarzt." Das gelte auch bei tiefen Rissen in der Hornhaut, da über sie Bakterien in den Körper gelangen und Entzündungen auslösen können.

Auch Patienten mit stark schmerzenden Hühneraugen kommen zu Wittenhorst in die Praxis. Die Hühneraugen entstehen durch chronischen Druck auf die Haut, meist aufgrund von Fußfehlstellungen in Verbindung mit unpassendem Schuhwerk. Dabei entsteht eine kleine Schwiele, in deren Mitte sich ein nach innen gerichteter Dorn bildet. Der Dermatologe behandelt diese mit speziellen Pflastern, die mit Salicylsäure getränkt sind. Nach einer vorgegebenen Einwirkzeit kann das Hühnerauge vorsichtig mit dem Skalpell entfernt werden.

Brummer verwendet hingegen eine spezielle Fräse, mit der er den Dornkanal exakt bearbeitet. Danach ist der Patient gefragt. "Die Haut hat einen Rhythmus von 27 bis 30 Tagen. Deshalb kommen viele meiner Kunden einmal im Monat zu mir, um sich ihre Hühneraugen entfernen zu lassen." Besser sei es, die Ursachen zu bekämpfen, also zum Beispiel, auf enge Schuhe zu verzichten. Auf rund 30 bis 40 Prozent schätzt er seinen Anteil am ganzen Prozess, auch der Patient müsse mitmachen. Das sieht auch Wittenhorst so. Beide raten dazu, die Füße täglich einzucremen.