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Der Schlüssel gegen die Müdigkeit

Der Schlüssel gegen die Müdigkeit

Im Frühjahr fällt das Aufstehen oft schwerer, der Körper wirkt schlapp. Doch es gibt Tricks gegen die Frühjahrsmüdigkeit. Neben Frühsport kann zum Beispiel auch ein Nickerchen am Mittag helfen. Für die richtige Schlafdauer sorgt dabei ein Schlüsselbund.

Die Zeitumstellung hat vor Kurzem bei vielen Menschen die Augenringe größer und die Lust auf das Arbeiten kleiner werden lassen. Wer allerdings häufiger von Müdigkeit geplagt ist, sollte zwischendurch einen kurzen Mittagsschlaf einlegen - am besten mit einem Schlüsselbund in der Hand. "Man nimmt ihn vorher in die Hand. Wenn er runterfällt, war es genügend Schlaf", erklärt Hans-Günter Weeß vom Interdisziplinären Schlafzentrum am Pfalzklinikum in Klingenmünster (Rheinland-Pfalz). Besonders erfrischend sind nämlich Nickerchen von fünf bis zehn Minuten.

Das Problem: Niemand weiß, wie viel Zeit bis zum Einschlafen vergeht. Ein Wecker hilft also nicht wirklich weiter - wohl aber der Schlüsselbund. Wenn die Muskelspannung nachlässt, hat der Körper das sogenannte Schlafstadium N2 erreicht und ist wieder erfrischt. Der Schlüssel fällt aus der lockeren Hand auf den Boden und vom Scheppern wird man wieder wach. "Wer länger schläft, kommt in den Traumschlaf rein. Der kann uns lust- und antriebslos machen", sagt Weeß. Ein "Powernap" (Kurzschlaf) sei so auch am Schreibtisch auf einem Bürostuhl möglich.

Wer noch andere Mittel gegen die Müdigkeit sucht, sollte am Morgen sein Herz-Kreislauf-System in Schwung bringen: "Da gehören der Frühsport wie Kniebeugen dazu, aber auch Wechselduschen oder eine Bürstenmassage", sagt Hans-Günter Weeß. Wer optimal aufwachen will, kann sich außerdem einen Lichtwecker anschaffen. "Der Wecker macht Licht im Zimmer, das dem der Sonne ähnelt. Darauf reagiert unser Auge, die Produktion des Hormons Melatonin wird unterdrückt", erklärt der Schlafforscher. "Davon werden wir rascher wach und gewöhnen uns schneller an den neuen Schlaf-Wach-Rhythmus."

Von anderen Mitteln gegen den Mini-Jetlag rät Weeß dagegen ab: "Keine Suchtgifte, kein Koffein in gesteigerter Form." Das habe zwar erst einmal eine stimulierende Wirkung. "Aber wenn die Dosis höher als üblich ausfällt, kommt danach ein Tief", warnt er. Das gilt besonders für Autofahrer, die versuchen, sich vor einer langen Fahrt mit reichlich Kaffee aufzuputschen. Zu viel davon beeinträchtige jedoch die Reaktionsfähigkeit, warnt der Auto Club Europa (ACE). Besser sei, viel Obst und Gemüse zu essen, um beim Autofahren wach und aufmerksam zu bleiben. Das darin enthaltene Vitamin C gelte nämlich als Aufwecker, so der ACE.

Bei Autofahrern kann die Frühjahrsmüdigkeit zu einer echten Gefahr werden. Dem ACE zufolge steigen die Unfallzahlen nach der Zeitumstellung im Vergleich zu den sieben Tagen davor um bis zu 30 Prozent. Gähnen Fahrer häufig, haben schwere Augenlider, können sich schlecht konzentrieren oder werden unruhig, sind das klare Warnsignale. Dann sollten sie so schnell wie möglich eine Pause machen und diese zum Beispiel für einen Powernap nutzen. Das gilt auch dann, wenn die Fahrer Schwierigkeiten haben, die Spur zu halten, oder sehr spät bremsen. Ruckartige Lenkbewegungen und eine unregelmäßige Geschwindigkeit sind weitere Alarmzeichen.