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Der Mensch ist so alt wie seine Gefäße

Der Mensch ist so alt wie seine Gefäße

Für die Gesundheit seiner Blutgefäße kann jeder Mensch jeden Tag viel tun. Das reicht von einem gesunden Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger körperlicher Bewegung bis hin zu Vorsorgeuntersuchungen.

(ml) Der Mensch ist so alt wie seine Blutgefäße . Denn der Zustand der Blutgefäße trägt wesentlich dazu bei, wie fit ein älterer Mensch noch ist. "Vom biologischen Alter her gesehen ist 60 nicht gleich 60", sagt der Gefäßchirurg Professor Dr. Dittmar Böckler von der Uniklinik Heidelberg . "Der Eine ist mit 60 Jahren schon steinalt, der Andere ist noch fit und fühlt sich im Großen und Ganzen wohl."

Das hänge zu einem großen Teil vom Zustand der Blutgefäße ab. Seien diese erst einmal krankhaft verändert, verengt und verkalkt, seien schmerzhafte Durchblutungsstörungen , Herzinfarkt und Schlaganfall nicht mehr weit, sagt der Experte. "Gefäßerkrankungen sind auf dem Vormarsch", erklärt Dittmar Böckler. "Das liegt vor allem daran, dass immer mehr Menschen immer älter werden. Wir haben heute in Deutschland bereits die viertälteste Bevölkerung der Welt."

Doch jeder kann für seine Gefäßgesundheit viel tun. Das reicht von einem gesunden Lebensstil bis hin zu Vorsorgeuntersuchungen . In Deutschland leiden laut Böckler bereits viele über 40-Jährige an sogenannter Arteriosklerose, ohne sich dessen bewusst zu sein. Es handelt sich dabei um durch Ablagerungen verengte Blutgefäße . Einige Betroffene haben dafür eine erbliche Veranlagung, bei den meisten jedoch ist es eine Folge des Lebensstils. Die wesentlichen Risikofaktoren sind Rauchen, unbehandelter Bluthochdruck, einseitige Ernährung und zu wenig körperliche Bewegung.

Eine häufige Folge verengter Gefäße sind zum Beispiel Durchblutungsstörungen in den Beinen, die als Schaufensterkrankheit oder periphere arterielle Verschlusskrankheit bezeichnet werden. Anfangs beginnen die Beine beim Gehen zu schmerzen, ohne Behandlung werden die Beschwerden immer schlimmer, schließlich stirbt Gewebe ab. Ursache dafür ist die mangelnde Versorgung mit Sauerstoff.

Ebenfalls häufig ist die Halsschlagader betroffen, was einen Schlaganfall verursachen kann - wie jährlich bei mehr als 30 000 Menschen in Deutschland. Löst sich aus der Engstelle im Hals ein Blutgerinnsel, kann es Blutgefäße im Gehirn verstopfen. Die Gefäße sterben dadurch ab.