Beauty : Der Weg zum inneren Gleichgewicht

Wellnessurlauber können sich einfach verwöhnen lassen. Bei einer Ayurveda-Kur ist jedoch aktives Zutun gefragt.

„Ayurveda ist die Kunst, gesund zu leben und sanft zu heilen.“ So beschreibt es der Verband europäischer Ayurveda-Mediziner und -Therapeuten (VEAT). Das Wort entstammt der alt-indischen Sprache Sanskrit. „Ayus“ bedeutet Leben, „veda“ ist das allumfassende Wissen, weshalb Ayurveda meist mit „das Wissen vom langen Leben“ übersetzt wird.

Die Ursprünge dieser traditionellen indischen Heilkunst liegen weit in der Vergangenheit. Die ältesten schriftlichen Erwähnungen stammen aus der Mitte des zweiten Jahrtausends vor Christus. In Asien, vor allem in Indien und Sri Lanka, ist Ayurveda bis heute eine anerkannte wissenschaftliche Lehre und Heilmethode.

In der westlichen Welt ist es häufig im Wellness-Bereich zu finden. Es gibt aber auch Gesundheitszentren, die authentische Auyurveda-Kuren anbieten.

„Ayurveda ein ganzheitliches, medizinisches Gesundheitssystem, das Körper und Geist umfasst. Das ist der Hauptunterschied zu einem Wellnessurlaub“, erklärt Ayurveda-Expertin Sonja Miko, Geschäftsführerin von Indigourlaub. Das österreichische Reiseunternehmen hat sich auf Urlaub spezialisiert, der mit Yoga, Meditation und Ayurveda kombiniert wird.

Ein wesentlicher Aspekt sei das aktive Zutun des Gastes. Das sei beim Yoga ebenso wichtig wie bei der ayurvedische Ernährung. „Man muss bereit sein, dem Körper und dem Geist für einen gewissen Zeitraum wirklich Erholung zu schenken“. Im Gegensatz dazu stehe ein Wellnessurlaub. Dabei gönnt man sich eine Auszeit, in der man sich in erster Linie passiv mit Massagen und Behandlungen verwöhnen lässt.

Dass hierzulande in vielen Wellnesshotels Ayurveda angeboten wird, sieht Miko kritisch: „Da muss man sehr genau hinschauen. Da Ayurveda derzeit sehr im Trend ist, wird manches angeboten, was mit Ayurveda nicht sehr viel zu tun hat, sondern eher in Richtung Wellnessbehandlung geht. Das ist zwar auch nicht schlecht, aber eben anders.“

Für ein authentisches Ayurveda-Erlebnis empfiehlt sie eine Kur in Indien oder Sri Lanka: „Das sind Mutterländer des Ayurveda. Gäste profitieren von einem jahrtausendealten Wissen. In diesen Ländern wird auch die Grundphilosophie gelebt, dass Körper und Geist des Menschen immer zusammen gesehen werden müssen.“

Eine Ayurveda-Kur erfordert Zeit. „Wir bekommen viele Anfragen von Menschen, die eine Eine-Woche-Kur machen und in dieser Zeit auch noch das Land anschauen möchten. Das funktioniert nicht“, betont Sonja Miko. Drei Wochen seien ideal für eine tiefgreifende Regeneration.

Populärste Variante ist die Panchakarma-Kur, eine Ausleitungs- und Reinigungstherapie. „Die Kur setzt bei der Entgiftung des Körpers an und behandelt die Ursachen bestehender Beschwerden. Während das westliche Gesundheitssystem auf die Bekämpfung der Symptome setzt, findet der Ayurveda-Arzt heraus, welche Bereiche des Körpers ‚aus dem Gleichgewicht’ geraten sind. Speziell darauf abgestimmte Behandlungen, Kräuteranwendungen sowie typgerechte Ernährung zielen darauf ab, dieses Ungleichgewicht wieder auszubalancieren“, erklärt Miko.

Darüber hinaus bekomme man bei der Ayurveda-Kur auch viele Tipps, wie man seine Gewohnheiten im Alltag ändern könne, damit die Kur möglichst lange nachwirke. Sie selbst trinke direkt nach dem Aufstehen ein Glas warmes Wasser, eine ayurvedische Maßnahme, die „Balsam für die Seele“ sei.

Zu den bekanntesten ayurvedischen Behandlungen zählt Shirodhara, der Stirnguss. „Mehr als 20 Minuten lang fließt ein Strahl aus warmem Öl auf die Stirn und schenkt einen Zustand tiefer Entspannung“, beschreibt der VEAT die Methode. Sie ist auch häufig in den Spa-Menüs von Wellnesshotels zu finden. Das gilt auch für eine ayurvedische Ernährung und Massagen, die zusammen mit Yoga und Meditationseinheiten zu mehrtägigen Arrangements werden, aber nur wenig mit einer echten Kur zu tun haben. „Dies dient nicht primär der Behandlung von Krankheiten, sondern dem Aufbau von Lebensenergie und Freude“, betonen die Mediziner und Therapeuten des VEAT.

In der heutigen Zeit mit starker Belastung durch Beruf, Familie und tägliche Pflichten seien solche vitalisierenden Therapien und Massagen besonders wichtig geworden. Sie dienten dem Stressabbau und führten zu innerer Harmonie.