Anti-Schweiß-Strategien für heiße Tage

Berlin · Schwitzen ist eine der unangenehmeren Begleiterscheinungen von sommerlichen Temperaturen. Ganz vermeiden lässt es sich zwar nicht, aber zumindest gegen große Wassermengen und schlechten Geruch kann jeder etwas tun.

 Durch luftige Kleidung kann der Schweiß auf der Haut besser verdunsten. Foto: frei/beautypress

Durch luftige Kleidung kann der Schweiß auf der Haut besser verdunsten. Foto: frei/beautypress

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An den Schläfen rinnt das Wasser, unter den Ärmeln bilden sich nasse Flecken, unangenehmer Geruch macht sich breit: Von den Schattenseiten heißer Tage bleibt kaum jemand verschont. Da sind Anti-Schweiß-Strategien gefragt. Schwitzen ist für den Körper aber lebenswichtig. "Der Schweiß arbeitet wie eine Klimaanlage, die den Körper über Verdunstungskälte vor Überhitzung schützt", sagt Christian Raulin vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD).

In der menschlichen Haut gibt es zwei Arten von Schweißdrüsen. Die sogenannten ekkrinen Schweißdrüsen sind in hoher Dichte an Händen, Füßen und Achseln vorhanden und produzieren ein wässriges, elektrolytreiches Sekret. Dieses ist für die Temperaturregulation verantwortlich. Vorwiegend in den Achselhöhlen, im Genital- und Analbereich liegen die apokrinen Schweißdrüsen. "Ihr Sekret ist auch etwas anders zusammengesetzt", sagt Lea Sophie Lukas von der Stiftung Warentest in Berlin.

Beide Sekrete sind geruchsneutral. Doch das ändert sich, wenn man verstärkt schwitzt. Dort, wo der Schweiß nicht abfließen oder abtrocknen kann, entsteht ein feucht-warmes Milieu. Darin fühlen sich Bakterien wohl. Sie haben zudem im Sekret der apokrinen Drüsen viel Nahrung. Sobald die Keime mit der Zersetzung des Sekrets beginnen, fängt das Müffeln an. Wie schnell man zu schwitzen beginnt, ist von Mensch zu Mensch verschieden. "Vermutlich funktioniert die Steuerung der Schweißdrüsen unterschiedlich schnell", sagt Raulin. Auch Gene, Hormone und Erkrankungen spielen eine Rolle.

Das Schwitzen kann man nur begrenzt beeinflussen. Eine Möglichkeit ist aber, kurze Erhitzungen zu vermeiden. "Auch wenn der Körper nur kurze Zeit erhitzt wurde, dauert es eine Weile, bis das Gehirn das Schwitzen wieder stoppt", sagt Christoph Schick vom Deutschen Hyperhidrosezentrum (DHHZ). Also besser stramm zur Bushaltestelle marschieren als in letzter Sekunde einen Sprint hinlegen. Der zweite Ansatzpunkt ist die Ernährung, sagt Lukas: "Scharf gewürzte Speisen, große, den Körper belastende Portionen, aber auch Kaffee und Alkohol können die Wärmeproduktion im Körper steigern." Und auch Stress kann ein kräftiger Schweißtreiber sein. Entspannung und Ruhe könnten helfen.

Darüber hinaus gilt es, unangenehme Begleiterscheinungen des Schwitzens zu mildern - zum Beispiel durch die Kleidung . "In weiter, luftiger Kleidung schwitzt man zwar mengenmäßig nicht weniger, aber es kommt zu besserer Verdunstung auf der Haut", sagt Schick. Hautbakterien rückt man mit Körperhygiene zu Leibe. "Dazu gehören regelmäßiges Wechseln und Waschen der Kleidung und Waschen mit warmem Wasser und einer milden Lotion oder Seife", sagt Lukas. Durch Rasieren der Achselhaare wird die Oberfläche verkleinert und den Bakterien Nährboden entzogen. Nach dem Waschen kann ein Deo den Schweißgeruch übertönen.

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