Abschminken am Abend ist Pflicht

Beauty : Abschminken verhilft zu makelloser Haut

Es hängt auch vom Hauttyp ab, ob Gesichtstücher, Pads, Reinigungsmilch oder Waschgel die beste Wahl sind.

Das Abschminken ist für die meisten Frauen ein festes Ritual vor dem Schlafengehen. 69 Prozent haben es in ihren Alltag integriert. Zu diesem Ergebnis kam im vergangenen Jahr der Global Beauty Index, für den die Firma Philips weltweit 12 000 Frauen befragt hatte. Die restlichen 30 Prozent tun ihrer Haut nichts Gutes, wenn sie mit Make-up-Resten im Gesicht zu Bett gehen, bestätigt Birgit Huber vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel. „Es kann zu Pickeln, Unreinheiten oder Veränderungen des Hautbildes kommen. Beim Abschminken dagegen werden Verunreinigungen wie Staub, überschüssiges Hautfett und abgestorbene Hautzellen sowie Make-up von der Haut entfernt. Das ist wichtig, weil die Haut dann wieder ‚aufatmen’ kann.“ Außerdem werde sie dadurch besser durchblutet und sehe sofort glatter aus.

Auch kann die Haut die Inhaltsstoffe von Pflegeprodukten nach dem Abschminken viel besser aufnehmen. Der Teint am nächsten Morgen wirkt daher angenehm frisch. Viele gute Gründe also, Zeit in die Gesichtsreinigung zu investieren, vor allem am Abend.

Welches Produkt und welche Methode die passenden sind, hängt oft von persönlichen Vorlieben ab, zum Beispiel ob mit oder ohne Wasser abgeschminkt werden soll. Birgit Huber, die im Verband den Bereich Schönheitspflege leitet, kennt weitere Faktoren: „Zusätzlich ist immer der eigene Hauttyp zu beachten. Mild cremige Waschemulsionen mit rückfettenden, feuchtigkeitsregulierenden Inhaltsstoffen können beispielsweise bei jedem Hauttyp angewendet werden.“ Weil sie sehr schonend wirkten, seien sie bei trockener und empfindlicher Haut besonders geeignet.

Waschgele dagegen kämen eher normaler, fettiger und Mischhaut entgegen. „Sie werden zuerst etwas angeschäumt, dann auf die feuchte Haut gegeben und anschließend mit reichlich warmem Wasser abgespült“, erklärt die Kosmetikexpertin. Auch Waschlotionen gehörten in diese Kategorie. Als dritte Möglichkeit gibt es Reinigungsmilch: „Sie ist vornehmlich für den trockenen bis normalen Hauttyp bestimmt, kann aber auch bei Mischhaut eingesetzt werden.“

Wer sein Gesicht mit Wasser wäscht, sollte zum Abtrocknen hinterher ein frisches oder höchstens zwei Tage altes Handtuch verwenden. Dazu rät Professor Charles Gerba von der Universität von Arizona in Tucson. Der Mikrobiologe hat sich in Studien mit der Verbreitung von Bakterien im Badezimmer beschäftigt. Besonders viele fand er in Handtüchern, in denen sich auch gesundheitsgefährdende Keime sehr wohlfühlen. Es wird empfohlen ein Extra-Handtuch fürs Gesicht zu verwenden und Handtücher generell bei 60 Grad zu waschen.

Um Make-up zu entfernen, gibt es aber auch Alternativen. Fertige Kosmetiktücher zum Beispiel, die bereits mit Reinigungsmittel getränkt sind. Die gibt es im Drogeriemarkt. „Sie sind durch den wiederverschließbaren Folienbeutel praktisch für unterwegs und auf Reisen“, urteilt Birgit Huber. Wer sie dauerhaft im Alltag verwendet, produziert aber auch viel Müll.

Die Kulmbacherin Carolin Schuberth hat sich daher eine Alternative zu Wegwerf-Pads und Einweg-Tüchern einfallen lassen: wiederverwendbare Mikrofaser-Pads. „Sie sind so konzipiert worden, dass sie ohne weitere Lotionen reinigen.“

Man könne sie so lange verwenden, bis sie nicht mehr ansehnlich seien, denn sie seien hypoallergen. Das heißt, die Keimbelastung der sogenannten Mehrweg-Waschies ist kein Problem: „Die Viskosefaser bringt das Wasser auf die Haut und die Mikrofaser nimmt die Schmutzpartikel auf, gibt sie aber wieder ab“, erklärt Erfinderin Carolin Schuberth, „Keime sterben schon bei 60 Grad ab, aber die Pads kann man auch bei 95 Grad waschen.“ So sei sichergestellt, dass auch wirklich keine Keime zurückblieben.

Nachdem das Gesicht gründlich gereinigt ist, folgt das Gesichtswasser, das in der Regel mit einem Wattepad aufgetragen wird. Es kläre die Haut und entferne die letzten Reste des zuvor verwendeten Reinigungsmittels, beschreibt Birgit Huber die Wirkungsweise. Besonders geeignet sei Mizellenwasser. Es enthält kleine Reinigungsbläschen, die Unreinheiten wie ein Magnet anziehen. „Das passt zu jeder Haut, denn es enthält nur so viele waschaktive Substanzen, dass öliger Schmutz, Make-up und Talgreste gelöst werden können.“ Der oberflächliche Hautschutzfilm bleibt dabei intakt.“

Viele Gesichtswasser-Produkte enthalten jedoch Stoffe, die vor allem um die Augen herum ein Brennen verursachen können. „Die Augenpartie ist außerordentlich empfindlich und anspruchsvoll, denn die Haut ist hier bis zu achtmal dünner als im übrigen Gesicht, außerdem besitzt sie kein Unterhautfettgewebe. Daher lohne es sich, speziellen Augen-Make-up-Entferner zu verwenden“, rät Birgit Huber, „denn er ist besonders gut verträglich“. Starkes Reiben, Drücken oder Zerren bei der Reinigung sollte im Augenbereich aber unbedingt vermieden werden.

Ist die Haut gründlich gereinigt und geklärt, kann zum Abschluss zur Regeneration der Haut die Nachtpflege in Form von Emulsionen oder Cremes aufgetragen.

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