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Wer wenig schläft hat schlechte Noten

Zu wenig Nachtruhe : Schlechte Noten durch zu wenig Schlaf

Viele Schüler in Deutschland haben eine zu kurze Nachtruhe. Das wirkt sich nicht nur negativ auf ihre Schulleistungen aus.

Im Jahr 1900 schliefen die Menschen in Deutschland im Durchschnitt mindestens neun Stunden pro Nacht, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM). Heute sind es etwa sieben Stunden. Der Verlust von zwei Stunden gehe je zur Hälfte auf die Industrialisierung und das Internet.

Heute orientiere sich der Schlaf eher am Rhythmus des sozialen Lebens als an individuellen Bedürfnissen. Doch auch wenn das Schlafbedürfnis von Mensch zu Mensch verschieden sei, gebe es eine allgemeine Regel: Kinder benötigten am meisten Nachtruhe. Was die Folgen von Schlafmangel beim Nachwuchs sind, haben jetzt Forscher der Frankfurt University of Applied Sciences untersucht. Sie kommen zum Ergebnis, dass Kinder, die an Schultagen weniger als acht Stunden schlafen, Konzentrationsprobleme und ein höheres Unfallrisiko in der Schule und auf ihrem Schulweg haben. Die Forscher werteten für ihre Erhebung Daten der Studie „Gesundheitsverhalten und Unfallgeschehen im Schulalter“ aus, die 10 000 Kinder und Jugendliche ab der fünften Klasse an 150 weiterführenden Schulen in Deutschland begleitet.

Im Schnitt schlafen Heranwachsende im Alter von elf Jahren (Jahrgangsstufe fünf) neun Stunden und 45 Minuten. Das entspreche der für diese Altersgruppe empfohlenen Schlafdauer, erklären die Frankfurter Wissenschaftler. In der Jahrgangsstufe acht seien es allerdings eineinhalb Stunden weniger. Der Unterschied sei im Wesentlichen darauf zurückzuführen, dass noch die Hälfte der Elfjährigen angegeben habe, vor 21 Uhr ins Bett zu gehen. Drei Jahre später seien es nur noch gut sechs Prozent gewesen.

Über ein Drittel der Schüler der Jahrgangsstufe acht, die weniger als acht Stunden schlafen, habe von Konzentrationsproblemen berichtet. „Unsere Daten zeigen ein sehr klares Bild: Zu wenig Schlaf wirkt sich negativ auf die Schulkinder aus“, bilanziert Professor Andreas Klocke.

Die Frankfurter Forscher schlagen nun einen späteren Schulbeginn als eine Möglichkeit vor, um die schulischen Leistungen der Kinder zu verbessern und das Unfallrisiko zu vermindern. Denn eine US-Studie habe ergeben, dass Jugendliche tatsächlich länger schlafen und nicht später ins Bett gehen, wenn der Schulunterricht später beginnt.