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Wer sich für andere Menschen einsetzt, ist glücklicher

Geld : Wissenschaftlich bewiesen: Geld macht nicht glücklich

Wer sich ehrenamtlich engagiert, religiös ist oder anderen hilft, ist zufriedener mit seinem Leben als Menschen, die sich nur um ihre Karriere kümmern.

(np) Was macht uns glücklich? Dafür gibt es kein Patentrezept. Doch bei der Antwort auf die Frage nach dem Lebensglück ist ein deutsch-australisches Wissenschaftlerteam nun zumindest einen kleinen Schritt weitergekommen. In einer Studie des Sozio-Ökonomischen Panels (SOEP), der größten sozialwissenschaftlichen Langzeitstudie in Deutschland, untersuchten Gert Wagner vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin und Bruce Headey von der australischen Universität Melbourne die Auswirkung von vier Glücksrezepten auf das Leben der Menschen. Auf der Liste der persönlichen Eigenschaften standen die Bereitschaft, anderen zu helfen (Altruismus), die Familienorientierung, Religion sowie Geld und Karriere.

Die statistische Auswertung zeige, dass Menschen, die anderen gern helfen, die sich ehrenamtlich engagieren, die ihre Nachbarn unterstützen und denen ihre Familie oder ihre Religion sehr wichtig ist, am zufriedensten durchs Leben gehen. Das gelte ganz besonders dann, wenn sich in einer Beziehung beide Partner denselben Werten verbunden fühlten und für die Familie engagierten.

Wem es dagegen im Leben vor allem um Reichtum und Karriere gehe, der melde beim Lebensglück deutlich häufiger Fehlanzeige, erklären die Wissenschaftler. Eine Ausnahme bildeten dabei allerdings alleinerziehende Mütter: Wenn ihnen das Familienleben besonders wichtig sei, seien sie unzufriedener als andere Menschen. Als Ursache vermutet Bruce Headey folgenden Grund: „Alleinerziehende haben oft nicht die Zeit, die sie gerne hätten, um sich um ihre Familie, Freunde, Bekannten und Nachbarn zu kümmern.“

Wer vor allem nach materiellen Werten strebe, sei mit seinem Leben häufiger unzufrieden, weil „solche Menschen dem stetigen Stress ausgesetzt sind, dass andere noch erfolgreicher sind. Denn nicht jeder kann an der Spitze stehen“, erklärt Gert Wagner.

Allerdings sei die Frage nach der Ursache des Unglücks nicht völlig eindeutig zu beantworten, erklärt das DIW. Die Wissenschaftler könnten nicht ausschließen, dass nicht Geld und Karriere unglücklich machten, sondern dass grundsätzlich unglückliche Menschen versuchten, wenigstens auf dem Umweg über ihre berufliche Karriere ihr Lebensglück wieder zu steigern.