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Wissen
Wer laufend liest, sieht deutlich schlechter

Wachtberg. (np) Wer beim Autofahren eine Textbotschaft liest, erhöht damit sein Unfallrisiko um das Sechsfache, zeigt eine Untersuchung des Deutschen Verkehrssicherheitsrats. Doch Gefahr droht nicht nur hinterm Steuer. Auch Fußgänger, die im Gehen ein Smartphone nutzen, leben gefährlich. Nach einer Untersuchung des Sachverständigenverbands Dekra ist das bei fast jedem fünften Smartphone-Besitzer der Fall. Wer unterwegs telefoniert, Musik hört oder eine Mail tippt, muss seine Aufmerksamkeit auf mehrere Abläufe aufteilen. Schnell wird da eine Bordsteinkante übersehen oder ein Laternenpfahl. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie in Wachtberg haben jetzt untersucht, wie eine Smartphone-App gestaltet sein muss, damit sich ein Fußgänger möglichst nicht den Knöchel verstaucht oder gegen eine Laterne läuft. Sie schickten dafür Versuchspersonen im Labor auf ein Laufband und simulierten den ganz normalen Fußgängeralltag.

(np) Wer beim Autofahren eine Textbotschaft liest, erhöht damit sein Unfallrisiko um das Sechsfache, zeigt eine Untersuchung des Deutschen Verkehrssicherheitsrats. Doch Gefahr droht nicht nur hinterm Steuer. Auch Fußgänger, die im Gehen ein Smartphone nutzen, leben gefährlich. Nach einer Untersuchung des Sachverständigenverbands Dekra ist das bei fast jedem fünften Smartphone-Besitzer der Fall. Wer unterwegs telefoniert, Musik hört oder eine Mail tippt, muss seine Aufmerksamkeit auf mehrere Abläufe aufteilen. Schnell wird da eine Bordsteinkante übersehen oder ein Laternenpfahl. Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Kommunikation, Informationsverarbeitung und Ergonomie in Wachtberg haben jetzt untersucht, wie eine Smartphone-App gestaltet sein muss, damit sich ein Fußgänger möglichst nicht den Knöchel verstaucht oder gegen eine Laterne läuft. Sie schickten dafür Versuchspersonen im Labor auf ein Laufband und simulierten den ganz normalen Fußgängeralltag.


Das Ergebnis: Bei einem Fußgänger, der beim Gehen auf sein Smartphone schaut, verschlechtert sich die Sehschärfe um 20 Prozent. „Das ist beachtlich. Man muss sich das so vorstellen, dass sich die Sehschärfe bei einem herkömmlichen Sehtest um eine Zeile verschlechtert“, sagt Jessica Conradi vom Fraunhofer-Institut. Das habe Folgen für die Größe, in der Text auf dem Display angezeigt werden muss. Um dieselbe Lesbarkeit von Vokabeln zu erreichen, müsste die Schrift im schlimmsten Fall um beinahe die Hälfte vergrößert werden, der Wert hänge von der Gehgeschwindigkeit ab. Auch anklickbares Zubehör auf dem Bildschirm müsse deutlich größer werden. Die Ingenieurin empfiehlt daher Grafikschnittstellen, die sich an die Bewegung der Benutzer anpassen.

„Da Lesen während des Laufens gerade bei kleinen Schriften und Buttons schwieriger ist, halten viele Fußgänger ihr Smartphone nicht auf Armlänge. Je näher das Gerät aber zum Gesicht geführt wird, desto eingeschränkter ist das Gesichtsfeld. Das Unfallrisiko steigt dadurch nochmals“, so die Wissenschaftlerin.