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Medizin
Wer frühstückt, leidet seltener an Diabetes

Ein ausgewogenes Frühstück ist der richtige Start in den Tag. Foto: Büttner/dpa
Ein ausgewogenes Frühstück ist der richtige Start in den Tag. Foto: Büttner/dpa FOTO: dpa / Jens Büttner
Berlin. (np) Etwa ein Fünftel der Deutschen verzichtet aufs Frühstück. Am höchsten ist diese Quote in der Altersgruppe von 18 bis 29 Jahren, erklärt das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ).

Jeder zweite junge Mensch starte mit einem leeren Magen in den Tag. Das sei eine sehr ungesunde Angewohnheit.


Die Auswertung von sechs internationalen Beobachtungsstudien mit mehr als 96 000 Teilnehmern am DDZ habe ergeben, dass Männer und Frauen, die im Erwachsenenalter regelmäßig auf die erste Mahlzeit des Tages verzichteten, ihr Risiko für einen Typ-2-Diabetes um ein Drittel erhöhten. Bei dieser auch Insulinresistenz genannten Version der Zuckerkrankheit – es ist die mit Abstand häufigste Variante – reagierten die Körperzellen zunehmend schlechter auf das Hormon Insulin.

Das Forscherteam um Dr. Sabrina Schlesinger kommt zum Ergebnis, dass die Effekte zum Teil mit dem Einfluss von Übergewicht zu erklären seien. Denn die wichtigste Ursache für den Zusammenhang zwischen der Frühstücksabstinenz und dem Diabetesrisiko könnte darin liegen, dass Menschen, die nüchtern in den Tag starten, einen eher ungesunden Lebenswandel pflegen, erklärt das DDZ. Allerdings seien viele dieser Faktoren, dazu gehören unter anderem eine schlechte Ernährung mit süßen Zwischenmahlzeiten und zuckerigen Getränken, das Rauchen, aber auch der Verzicht auf Sport bei der Auswertung herausgerechnet worden.
Um herauszufinden,  wie sich der Verzicht aufs Frühstück im Detail auf das Diabetesrisiko auswirkt und welche Frühstücksvarianten besonders gesund sind, seien letztlich weitere Untersuchungen nötig. Grundsätzlich sei ein regelmäßiges und ausgewogenes Frühstück für alle Menschen wichtig, sagt die Ernährungswissenschaftlerin Sabrina Schlesinger. Das gelte ganz unabhängig davon, ob sie nun an Diabetes leiden oder nicht.