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Sport hält jung
Fußballer altern langsamer und haben ein gesünderes Herz

Homburg. (np) Dass Sport gesund ist, das ist allgemein bekannt. Dass Sport den Alterungsprozess verlangsamt, das wissen deutlich weniger Menschen. Dass speziell ein Fußballtraining das Altern bremst und einen biochemischen Mechanismus in Gang setzt, der die Herzgesundheit verbessert, wird in wenigen Tagen Privatdozent Dr. Christian Werner von der Uniklinik Homburg beim Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in München einem großen medizinischen Fachpublikum erklären.

Rund 31 000 Teilnehmer aus 150 Ländern werden erwartet.


Der Homburger Kardiologe untersucht Effekte des Sports auf Zellen des Blutgefäßsystems (wir haben berichtet). Das internationale Forscherteam um Werner habe bei 140 Fußballspielern die Länge der sogenannten Telomere und die Aktivität eines Enzyms, der sogenannten Telomerase, in den Blutzellen untersucht, berichtet die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, Herz- und Kreislaufforschung (DGK).

Telomere sitzen wie Schutzkappen auf den Enden der Chromosomen, den Trägern des Erbguts. Bei jeder Zellteilung schrumpfen sie ein wenig. Sind sie verbraucht, kann sich die Zelle nicht mehr teilen und stirbt. Diesen Prozess können wiederum Enzyme wie die Telomerase bremsen. Der Eiweißstoff wirkt der Zellalterung entgegen, weil er diesen Abbau ausgleicht.



Normalerweise nimmt die Aktivität des Enzyms im Alter ab. Wie aktiv es in Blutzellen ist, können die Forscher heute in Blutproben messen. Bei den in der Homburger Studie untersuchten Kickern habe sich herausgestellt, dass in ihren Zellen die Telomerase-Aktivität im Vergleich zu Stubenhockern deutlich erhöht gewesen sei, berichtet die DGK. Das Fußballtraining setze damit auf zellulärer Ebene Mechanismen in Gang, die das Altern verlangsamen und auf lange Sicht gut fürs Herz seien.