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Gesundheit
Ausdauertraining mindert das Risiko für Vorhofflimmern

Berlin. Die Deutsche Herzstiftung rät Patienten zu einem medizinisch betreuten, niedrig dosierten Training. Schon eine halbe Stunde genügt.

(np) In Deutschland leben etwa 1,8 Millionen Patienten mit Vorhofflimmern. Ihr Pulsschlag kann sich wie aus dem Nichts plötzlich stark beschleunigen. Vorhof­flimmern erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Die Patienten können allerdings einiges tun, um dieses Risiko zu vermindern, erklärt die Deutsche Herzstiftung. „Sport und Gewichtsabnahme sind ganz entscheidend“, sagt Professor Bernd Nowak vom Wissenschaftlichen Beirat der Stiftung.


Allerdings sei es wichtig, dieses Training mit einem Arzt abzustimmen. Bei Patienten, die Medikamente einnehmen, welche die körperliche Leistungsfähigkeit herabsetzen, müsse zuerst der optimale Trainingspuls in einem Belastungstest bestimmt werden. Die Herzstiftung rät Patienten mit Vorhofflimmern zu einem niedrig dosierten Ausdauertraining. Drei- bis fünfmal pro Woche möglichst bis zu einer halbe Stunde flottes Gehen, Joggen, Radfahren, ein Ergometertraining oder auch Tanzen seien richtig. Auch ein niedrig dosiertes Krafttraining könne Trainingsbestandteil sein. „Ältere Menschen, die besonders häufig von Vorhofflimmern betroffen sind, riskieren mit Krafttraining weniger Stürze und kommen im Alltag besser zurecht“, sagt Nowak.

Wenn ein Patient seine Belastbarkeit um mehr als 50 Watt steigern könne – das entspricht ungefähr einem schnelleren Gehen – reduziere er damit sein Risiko fürs Vorhofflimmern in den kommenden fünf Jahren um mehr als ein Drittel, erklärt die Deutsche Herzstiftung. Wer zehn Prozent abspecke und seine Belastbarkeit um die Hälfte erhöhe, könne das Risiko eines erneuten Anfalls sogar um drei Viertel senken. „Der Effekt ist so groß, wie man ihn mit Medikamenten kaum erreichen kann“, sagt Bernd Nowak.



Bestimmte Sportarten seien für Patienten, die an Vorhofflimmern leiden, allerdings tabu. Schwimmen außerhalb überwachter Becken könne gefährlich sein. Auch Klettersportarten und Bergwanderungen, die zum Beispiel über gefährliches Gelände führen, kommen für sie nicht infrage. Patienten, die Gerinnungshemmer nehmen, müssten außerdem Sportarten meiden, bei denen das Risiko von Verletzungen hoch ist.In ihrem Ratgeber „Herz außer Takt: Vorhofflimmern“ informiert die Deutsche Herzstiftung über Ursachen, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten des Vorhofflimmerns.

www.herzstiftung.de