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Roboter sind unbeliebt

Technik : Jeder dritte Deutsche fürchtet die Macht der Roboter

Das Thema Künstliche Intelligenz spaltet Deutschland. Das Vertrauen in Computerprogramme ist gering.

(np) Die Menschen in Deutschland haben ein gespaltenes Verhältnis zur Künstlichen Intelligenz (KI). Sie sei nützlich und erleichtere in vielen Fällen das Leben, denkt die Mehrheit. Doch ein Drittel hat Angst vor einer Zukunft, in der KI-Systeme Entscheidungen treffen und die Hälfte der Deutschen hegt zumindest Sicherheitsbedenken, haben Studenten der FOM-Hochschule in Essen bei einer bundesweiten Umfrage herausgefunden, an der fast 22 000 Menschen teilnahmen. Die Fachhochschule für Oekonomie und Management gilt als größte private Hochschule Deutschlands. Sie hat fast 50 000 Studenten, ist vom Wissenschaftsrat akkreditiert und betreibt bundesweit 29 Studienzentren, demnächst auch in Saarbrücken.

Der Begriff KI muss in Deutschland kaum noch erklärt werden. Von selbstlernenden Computerprogrammen hätten über 90 Prozent der Befragten schon gehört und wüssten auch, was darunter zu verstehen ist, berichtet die Hochschule. Doch bei der Frage nach der Zukunft seien die Meinungen „äußerst ambivalent“. Einerseits sagten fast zwei Drittel der Menschen, dass sie KI befürworteten, wenn dadurch Ressourcen eingespart werden können. Ebenso groß sei aber der Anteil derer gewesen, die sich fremdgesteuert fühlten und sich lieber auf Menschen als auf Roboter verlassen. Diese Haltung sei auch bei den 17 bis 23 Jahre alten Teilnehmern verbreitet. Über die Hälfte der Befragten machte sich Sorgen, wenn wichtige Entscheidungen von Computern getroffen werden. Sie verließen sich lieber auf Menschen.

Eine Übersicht des IT-Verbandes Bitkom zählt 28 Anwendungsgebiete der KI auf, von der Spracherkennung über die Datenanalyse bis zur Gesichtserkennung. Die große  Mehrheit der Bundesbürger sehe vor allem Chancen beim Einsatz dieser Technik, sagt der Bitkom.

Die Vertreteter der FOM-Hochschule sehen das völlig anders. „Die Menschen in Deutschland sind nach wie vor äußerst zwiespältig beim Thema KI“, bilanziert Professor Oliver Gansser. Auffällig sei dabei auch der Umstand gewesen, dass sich die Zweifel durch alle Bevölkerungsgruppen zögen. Es gebe auch kaum Meinungsunterschiede bei Städtern und Menschen, die auf dem Land leben.

Allerdings räumten die meisten der Befragten ein, bisher wenig Erfahrungen mit KI-Programmen gesammelt zu haben, berichtet die Hochschule. Nur 19 Prozent erklärten, sie nutzen im Alltag KI-Software. Und wie sieht es in Zukunft aus? Wollen die Teilnehmer der Umfrage Produkte nutzen, in denen diese Programme aktiv sind? 45 Prozent lehnten das ab, 37 Prozent sagten Ja zur KI, erklärt die Hochschule.