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Pollen erleichtern Corona-Viren die Infektion

Heuschnupfen und Corona : Wenn Pollen fliegen, haben Corona-Viren leichtes Spiel

So öffnen Blütenpollen Viren den Weg in unseren Körper.

(byl) Der Pollenflug im Frühjahr treibt die Covid-19-Infektionsrate in die Höhe. Zu diesem verblüffenden Ergebnis kommt eine internationale Studie, die von der TU München und dem Helmholtz-Zentrum München geleitet wurde. Die Wissenschaftler untersuchten Daten zum Pollenflug aus 31 Ländern. In einigen deutschen Städten, in denen keine Lockdown-Regeln galten, habe der Pollenflug im vergangenen Frühjahr die Infektionsraten um über 20 Prozent steigen lassen. Ein Lockdown könne diese Zahl halbieren.Die Forscher erklären den Zusammenhang zwischen Pollenflug und Covid-19-Infektion so: „Wenn Pollen fliegen, reagiert die Körperabwehr in abgeschwächter Form auf Viren der Atemwege.“ Üblicherweise alarmierten infizierte Zellen über Signalproteine ihre Nachbarschaft, die antivirale Abwehr zu verstärken und lösten so eine Entzündungsreaktion aus. Bei hoher Pollenkonzentration sei diese Reaktion vermindert. Wenn viele Pollen fliegen, könne die Zahl der Atemwegserkrankungen daher steigen – dies gelte dann auch für Covid-19.Die Münchner Forscher raten zu Staubfiltermasken, wenn die Pollenkonzentration hoch ist. „Das kann das Virus und die Pollen gleichermaßen von den Atemwegen fernhalten“, sagt Claudia Traidl-Hoffmann, Professorin für Umweltmedizin.