1. Leben
  2. Wissen

Pflanzenschutzmittel schädigen Bienvölker

Bienen leiden unter der Landwirtschaft : Schädlingsgift schadet dem Bienennachwuchs

(np) Wissenschaftler der Uni Frankfurt haben erstmals die komplette Entwicklung von Honigbienen eines Bienenvolks im Film festgehalten. Die Insekten haben einen komplizierten Start ins Leben.

Bevor die Bienenkönigin ein Ei in die Wabe eines Bienenstocks legt, reinigt eine Putzbiene die Brutzelle. Sobald die Bienenlarve geschlüpft ist, wird sie sechs Tage von einer Ammenbiene gefüttert, berichten die Forscher. Dann verschließen die Ammenbienen die Brutzelle mit einem Deckel aus Wachs. Die Larve spinnt sich in einen Kokon ein und durchläuft eine Metamorphose, während der sie Kopf, Flügel und Beine entwickelt. Drei Wochen nach der Eiablage schlüpft die ausgewachsene Biene aus dem Kokon und verlässt die Brutzelle.

Die Frankfurter Wissenschaftler berichten nun, es sei ihnen durch eine neue Videotechnik erstmals gelungen, diese Verwandlung aufzuzeichnen. Ziel der Forschung sei es gewesen, die Wirkung bestimmter Pflanzenschutzmittel (Neonikotinoide) zu untersuchen. Neonikotinoide werden in der Landwirtschaft eingesetzt und können durch Nektar und Pollen in ein Bienenvolk gelangen.

Die Bienenforscher kommen zum Ergebnis, dass schon geringe Mengen der Pflanzenschutzmittel bewirken, dass Ammenbienen weniger füttern. Manche der Bienen hätten auch erheblich länger benötigt, um die Zellen mit einem Wachsdeckel zu verschließen.

Über die Schädlichkeit der Pflanzenschutzmittel wird bereits länger gestritten. Die Filme hätten erstmals bewiesen, dass Neonikotinoide das Sozialverhalten der Bienen ändern, erklärt Dr. Paul Siefert. Noch nicht geklärt sei, ob die Verzögerung der Entwicklung der Larven auf die Bienen der Brutpflege zurückgehe oder ob sich die Larven durch veränderten Futtersaft langsamer entwickelten.