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Lithiumionen-Akku bleiben noch lange ohne echte Konkurrenz

Akkus : Lithium-Akkus bleiben noch lange ohne echte Konkurrenz

Doch die Suche nach neuen, kompakten Energiespeichern ist schon längst in vollem Gang. Feststoff-Akkus sind die neuen Hoffnungsträger.

(dpa) Noch ist die Zahl der Elektroautos auf deutschen Straßen übersichtlich. Ob es künftig deutlich mehr sein werden, hängt maßgeblich von Leistung und Speicherkapazität der verbauten Batterien ab.

Teure, technisch ausgefeilte E-Autos kommen mittlerweile auf eine Reichweite von etwa 500 Kilometern, günstigere Modelle liegen deutlich darunter. Um ein komplett leeres E-Auto aufzuladen, können mehrere Stunden vergehen. Weiter entwickelte Systeme schaffen das mit Schnellladesäulen rascher,  aber auch hier hängt vieles an der Qualität der verwendeten Batterie. Derzeit dominieren Batteriezellen-Hersteller aus Südkorea (LG, Samsung) und China (CATL) den Weltmarkt. Deutschland spielt als Herstellerland bisher eine untergeordnete Rolle. Die Bundesregierung will die Forschung in der Batterietechnologie mit 500 Millionen Euro ankurbeln, um im weltweiten Wettbewerb mithalten zu können. Volkswagen will mit Milliarden­investitionen die Lithium-Technik in einer Pilotanlage in Salzgitter weiterentwickeln. Dort ist zusammen mit dem schwedischen Partner Northvolt außerdem der Bau einer Fabrik für Lithium-Batterien geplant.

„Die Energiemenge, die in einer Lithiumionen-Batterie gespeichert werden kann, kann um den Faktor 1,5 erhöht werden“, sagt Stephano Passerini, Direktor am Batterieforschungszentrum Helmholtz-Institut Ulm (HIU). „Lithiumionen-Batterien sind noch für die kommenden zehn bis 15 Jahre die führende Technologie.“

Mittelfristig richtet sich die Wirtschaft aber schon auf die Feststoffbatterie ein. Hier kommt nicht das Leichtmetall Lithium, sondern ein fester Träger wie eine Keramikverbindung zum Einsatz. Der Ladungstransport ist effizienter, die Brandgefahr wird als geringer eingeschätzt. Das System hat zudem eine höhere Energiedichte und soll schnelleres Aufladen erlauben.

Das Nobelpreis-Komitee preist Lithium-Ionen-Batterien als Grundlage für die Welt von morgen. Auch das Stromnetz wird immer mehr auf Energiespeicher angewiesen sein. Wind und Sonne liefern nicht immer gleich viel Strom, deshalb muss die Energie zwischengespeichert werden. „Hier werden noch etwa die nächsten zehn Jahre die Lithiumionen-Batterien vorherrschen“, sagt der Leiter des Institutes für Theoretische Chemie in Ulm, Axel Groß. Allerdings soll es langfristig auch andere Lösungen geben. Lithiumionen-Batterien haben  auch Nachteile. Noch ist der Bau der Batterien sehr energieaufwendig. Auch ist nicht ganz klar, ob die Lithium-Vorräte der Erde für den künftigen Bedarf an solchen Batterien ausreichen und der Lithium-Abbau kann zu großen Umweltschäden führen.

(dpa)