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Wissen: Königspinguine müssen bald umziehen

Wissen : Königspinguine müssen bald umziehen

(np) Der Klimawandel ändert die Lebensräume vieler Tierarten. So wandert der Atlantische Kabeljau wegen des Temperaturanstiegs immer weiter nach Norden, berichtet das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig erklärt, dass sich die Lebensräume von Schmetterlingen und Vögeln in den vergangenen beiden Jahrzehnten um fast 250 Kilometer nach Norden verschoben hätten.

Umziehen müssten demnächst aber auch die Pinguine im Südpolarmeer, warnen Forscher der Uni Wien. Wenn sie denn eine neue Heimstatt finden. Über 70 Prozent der weltweiten Kolonien der Königspinguine auf der Südhalbkugel seien gefährdet. Die Forscher untersuchten Tiere im Süden des Indischen Ozeans. Sie profitieren dort von einem Strömungssystem, das Wassermassen aus der Tiefsee an die Meeresoberfläche transportiert und so zu großen Fischvorkommen in einer verhältnismäßig kleinen Region führt. Durch den Klimawandel verlagere sich diese Polarfront aber nach Süden – und entferne sich dabei von den von Königspinguinen bewohnten Crozetinseln, den Kerguelen und der Marion-Insel. Dadurch müssten die Elterntiere immer längere Distanzen schwimmen, um Nahrung zu finden. Sie hätten nur wenige Möglichkeiten, neue Kolonien zu gründen, weil Inseln im Südpolarmeer selten und nicht immer geeignet seien. Trotzdem gebe es Grund zur Hoffnung. Das internationale Forscherteam habe herausgefunden, dass Königspinguine schon mehrere solche Phasen erlebt und überstanden haben.

Das letzte Mal sei das mutmaßlich vor etwa 20 000 Jahren der Fall gewesen. Darauf deuteten Genanalysen hin. Königspinguine seien offenbar sehr gut darin, neue sichere Brutstätten zu finden, wenn es für ihre bisherigen Kolonien schlecht aussieht.