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KI erkennt gefährliche Corona-Komplikationen

Corona : Künstliche Intelligenz erkennt Covid-Risikopatienten

Software der Max-Planck-Gesellschaft kann einen lebensbedrohlichen Verlauf der Krankheit vorhersagen.

(np) Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme haben eine KI-Software entwickelt, die mutmaßliche lebensgefährliche Komplikationen einer Covid-19-Infektion vorhersagen soll. Das Programm gehört zur Kategorie „Maschinelles Lernen“. Es versucht zuerst, in der Analyse vieler ähnlicher Beispiele eines Vorgangs typische Muster zu erkennen. Nach dem Abschluss dieser Trainingsphase kann es anschließend Vorhersagen zum selben Thema auf der Basis neuer Daten abgeben.

Das internationale Forscherteam um Stefan Bauer und Patrick Schwab hat diesen Algorithmus mit Informationen zu den Krankheitsverläufen tausender Covid-19-Patienten trainiert. Es ging darum, zu berechnen, ob das Leben eines Patienten in Gefahr ist, erklärt das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme. Die Covews (Covid-19 Early Warning System) genannte Software könne aus den aufbereiteten Gesundheitsdaten eines Patienten eine acht Tage in die Zukunft reichende Vorhersage errechnen.

Bei der Prognose, ob für einen Corona-Patienten Lebensgefahr besteht, erreiche das Programm eine Trefferwahrscheinlichkeit von 95 Prozent, erklärt Stefan Bauer vom Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme in Tübingen. Eine solche Vorhersage könne Ärzten helfen, Risikopatienten rechtzeitig zu erkennen.

Für das Training nutzten die Wissenschaftler 33 000 anonymisierte Datensätze aus den Vereinigten Staaten. Wie präzise die Vorhersagen von Covews sind, testete das internationale Team an weiteren 14 000 Datensätzen und Informationen des globalen Gesundheitsnetzwerks TriNetX.

Obwohl das Programm bei seinen technischen Tests zuverlässig gewesen ist, gehen die Forscher des Max-Planck-Instituts davon aus, dass es bis zum praktischen Einsatz noch dauern wird. Denn die Gesundheitsdaten müssen, damit Covews sie verarbeiten kann, in einer besonderen Struktur aufbereitet werden. „Bis solche neuen Techniken im Klinikalltag angewendet werden, vergehen oftmals mehrere Jahre“, sagt Stefan Bauer.