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Osteoporose
Wer sich bewegt, tut seinen Knochen Gutes

Saarbrücken. (byl) Ob ein Mensch im Alter an Osteoporose erkrankt, entscheidet sich oft schon in seiner Jugend. Denn bis zum Alter von 30 Jahren bauen wir Knochenmasse auf, den Rest des Lebens zehren wir von diesem Kapital.
Peter Bylda

Der Knochenabbau im Alter ist unvermeidlich, doch wie schnell er verläuft, das lässt sich meist beeinflussen, erklärt die Saarbrücker Endokrinologin Dr. Bettina Stamm. „Bewegung ist das A und O“, sagt die Medizinerin. Kinder, die ständig vor dem Fernseher sitzen oder auf dem Smartphone daddeln, haben einen schlechten Start ins Leben. „Bei der Smartphone-Generation könnte diese Krankheit häufiger werden.“


Aber auch Erwachsene können noch einiges tun. Gesunde Ernährung, viel Bewegung, wenig Alkohol und kein Nikotin – so lautet die Formel für starke Knochen der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie. Wichtig sei, auf ausreichend Calcium in der Nahrung und auf den Vitamin-D-Spiegel zu achten, erklärt das Interdisziplinäre Osteologische Kompetenznetz Saar (IOKN). Calcium steckt reichlich in Milchprodukten und in vielen Gemüsen, aber auch in einigen Mineralwässern. Das IOKN empfiehlt 1000 bis 1200 Milligramm Calcium pro Tag.

Vitamin D ist wichtig für den Knochenstoffwechsel. Dieses Vitamin kann unser Körper selbst produzieren. Es wird in der Haut unter dem Einfluss von UV-Strahlung gebildet. Weil die Sonne im Winter in Deutschland nicht genug Kraft hat, gehört das Sonnenschein-Vitamin zu den wenigen, bei denen hierzulande Mangel herrscht. Die Substanz kommt auch in Lebertran und fettem Fisch vor. Doch für eine ausreichende Dosis müsste der Durchschnittsverbrauch in Deutschland um das Zehnfache steigen. Nach einer Statistik des Bundesforschungsinstituts für Ernährung und Lebensmittel nehmen über 80 Prozent der Deutschen zu wenig davon mit der Nahrung auf. Wer Osteoporose verhindern will, könne Vitamin D auch problemlos in Tablettenform einnehmen, erklärt das IOKN.



Osteoporose betrifft vor allem Frauen nach den Wechseljahren. Bettina Stamm rät deshalb Frauen ab dem 70. und Männern ab dem 80. Lebensjahr vorbeugend zu einer Knochendichtemessung, einer speziellen Röntgenuntersuchung.

www.osteoporose-saar.de