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Homeoffice führt in eine Zweiklassengesellschaft

Zweiklassengesellschaft : Forscher warnen vor Negativfolgen der Heimarbeit

(np) Im Arbeitsmodell Homeoffice steckt das Potenzial, die Gesellschaft zu spalten, warnen Forscher der TU Darmstadt. Die Wirtschaftswissenschaftler schließen das aus einer umfassenden Befragung unter Büroarbeitern.

Sie interviewten im vergangenen Jahr 952 Beschäftigte. Das Ergebnis zeige, wie sehr Wunschbild und beruflicher Alltag auseinanderklafften. Mehr als ein Drittel der Beschäftigten habe erklärt, zu Hause weniger produktiv zu sein als im Büro. Diese Einschätzung habe sich mit zunehmender Homeoffice-Erfahrung verfestigt. Wesentlicher Faktor dafür sei die Wohnsituation.

„Das hatten wir so nicht erwartet“, sagt Professor Andreas Pfnür. Nur wer mit Lage und Ausstattung seiner Wohnung zufrieden sei, sei auch ein zufriedener und produktiver Heimwerker. Ältere, besserverdienende und beruflich erfahrene Beschäftigte arbeiteten erfolgreicher – Teilzeitkräfte und Singles täten sich im Homeoffice dagegen schwer. „Homeoffice bereitet den Weg aller Bürobeschäftigten in eine Zweiklassengesellschaft“, warnt Pfnür. Auf der einen Seite stünden Mitarbeiter, denen die Arbeit dort leicht falle, weil der Komfort hoch und ihre Tätigkeit attraktiv seien. Auf der anderen Seite stünden Personen in schlechteren Verhältnissen, die im Homeoffice weniger erfolgreich seien oder die unter den Mehrkosten dieser Arbeitsform leiden. Homeoffice sei damit auf dem Weg „zu einem Statussymbol für die Gewinner der neuen Arbeitswelten“ zu werden.