| 20:28 Uhr

Hausarbeit
Hausarbeit: Frauen tragen die doppelte Last

Bremen. (np) „Das bisschen Haushalt macht sich von allein“ – mit diesem Titel besang Ende der 1970er Jahre Johanna von Koczian ein Thema, das bis heute in vielen Haushalten aktuell ist. Jetzt beschäftigt sich auch die Wissenschaft damit. Forscher des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen sind der Frage nachgegangen, wie es Paare im Alter, wenn die Erwerbsarbeit nicht mehr den Tagesablauf bestimmt, mit der Hausarbeit halten. Sie befragten beinahe 21 000 Frauen und über 15 000 Männer aus Europa und den USA, die älter als 65 Jahre sind. Das Ergebnis: Ältere Frauen verbringen im Schnitt fast fünf Stunden pro Tag mit Hausarbeit, ältere Männer kommen auf drei Stunden.

(np) „Das bisschen Haushalt macht sich von allein“ – mit diesem Titel besang Ende der 1970er Jahre Johanna von Koczian ein Thema, das bis heute in vielen Haushalten aktuell ist. Jetzt beschäftigt sich auch die Wissenschaft damit. Forscher des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen sind der Frage nachgegangen, wie es Paare im Alter, wenn die Erwerbsarbeit nicht mehr den Tagesablauf bestimmt, mit der Hausarbeit halten. Sie befragten beinahe 21 000 Frauen und über 15 000 Männer aus Europa und den USA, die älter als 65 Jahre sind. Das Ergebnis: Ältere Frauen verbringen im Schnitt fast fünf Stunden pro Tag mit Hausarbeit, ältere Männer kommen auf drei Stunden.


Die Arbeiten seien dabei ungleich verteilt. Während Frauen im Schnitt dreieinhalb Stunden täglich kochen, einkaufen und putzen, verbringen Männer nur knapp 90 Minuten mit diesen Beschäftigungen. Bei Gartenarbeit und handwerklichen Tätigkeiten sei das Bild umgekehrt, berichtet Nicholas Adjei. Hier seien Männer fast 70 Minuten täglich aktiv, Frauen knapp 40 Minuten. Bei genauerer Betrachtung zeigten sich deutliche Unterschiede von Land zu Land. Während italienische Männer 2,7 Stunden im Haushalt arbeiten, bringen es ihre deutschen Alterskollegen auf 4,2 Stunden.

Die Untersuchung zeigt aber auch: Wer zu Hause aktiv ist, profitiert davon. Denn grundsätzlich gäben aktive Hausmänner ihrer Gesundheit bessere Noten als Faulpelze, berichten die Forscher. Ob „das bisschen Hausarbeit“ nun aber im Einzelfall die richtige Dosis darstellt, hänge von vielen Faktoren ab. Die Forscher wählten als Maß dafür die Schlafqualität und kommen zum Ergebnis, dass das Optimum bei Frauen zwischen einer und drei Stunden Hausarbeit liegt.

Die meisten Männer könnten sich im Haushalt dagegen durchaus mehr zumuten. Am zufriedensten mit ihrer Gesundheit seien jene gewesen, die mit mindestens sechs Stunden Arbeit im Haushalt besonders aktiv waren.

Die Ursachen dieser Diskrepanzen seien unklar. Möglicherweise spiele die Art der Aktivitäten eine Rolle. „Männer arbeiten viel im Garten, sind dabei körperlich aktiv. Frauen dagegen sind zum Teil mit repetitiven Tätigkeiten im Haus beschäftigt“, sagt Nicholas Adjei. „Eine gleichmäßigere Verteilung aller Hausarbeiten  könnte also durchaus sinnvoll  sein.“