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Gefährliche Mückenarten auf dem Weg nach Deutschland

Gefahr im Anflug : Die Sandmücke sticht jetzt auch in Deutschland zu

(np) Mit dem Klimawandel breiten sich immer mehr Insekten, die gefährliche Krankheitserreger übertragen können, in Deutschland aus. Dazu gehört zum Beispiel die Asiatische Tigermücke, die Forscher der Uni Frankfurt im Visier haben.

Aber auch die Sandmücke sei bei uns angekommen, so das Senckenberg-Forschungsinstitut und die Uni Frankfurt. Die Forscher entdeckten die Mücken 2014 erstmals in Hessen. In Süddeutschland ist die Mücke auf dem Vormarsch, zeigt nun eine Doktorarbeit der Uni Heidelberg. Die nur millimetergroßen, stark behaarten Insekten sind an ihren V-förmigen Flügeln, beigefarbenen Körpern und schwarzen Knopfaugen zu erkennen. Vor allem Mittelmeerurlauber haben mit ihnen üble Erfahrungen gemacht. Ihr Stich kann extrem juckende Pusteln am ganzen Körper hervorrufen. Am gefährlichsten sind aber die Krankheitserreger, die sie übertragen können, zeigt die Promotion von Sandra Oerther.

Die Blutsauger können Viren, Bakterien und Parasiten wie den der Leishmaniose übertragen. Auch das sogenannte Toskana-Fieber, eine grippeähnliche Erkrankung, die Hirnhautentzündung auslösen kann, werde von Viren ausgelöst, die beim Stich dieser Mücke übertragen werden können. Die Ersten ihrer Art seien um die Jahrtausendwende in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz entdeckt worden. Jetzt scheinen sie sich auszubreiten, berichtet die Klaus-Tschira-Stiftung, die diese Arbeit förderte. Sandmücken fühlten sich an windgeschützten Orten wohl, die eine höhere Luftfeuchtigkeit aufweisen als die Umgebung. Aktiv seien sie in den Monaten Juni bis August.