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Forscher suchen nach dem Erbgut ausgestorbener Tiere

Genforschung : Forscher jagen den ausgestorbenen Höhlenbären

(np) Es gibt keinen Weg zurück – ist eine Tierart einmal ausgestorben, dann ist sie weg. Sciene-Fiction-Tricks der Wiederauferstehung a la Jurassic Parc funktionieren nur im Kino. Das ist heute Stand der Dinge – jedenfalls im Prinzip.

Dass eine ausgestorbene Art auf andere Art und Weise trotzdem „weiterleben“ kann, darüber berichtet nun ein internationales Forscherteam unter Leitung der Universität Potsdam.

Die Wissenschaftler suchen nach dem Genom des vor 25 Jahrtausenden ausgestorbenen Höhlenbären, der mit den heutigen Braun- und Eisbären verwandt ist. Die Tiere lebten bis zur jüngsten Eiszeit vor etwa 24 000 Jahren in Europa und waren wahrscheinlich gutmütige Riesen. Mit 3,50 Metern Länge und etwa 1,70 Meter Schulterhöhe war der Höhlenbär allerdings deutlich größer als der Braunbär.

Für Menschen war ein Höhlenbär trotzdem kaum gefährlich, weil diese Tiere Pflanzenfresser waren. Möglicherweise liegt darin aber auch die Ursache des Aussterbens, berichten Forscher der Universität Tübingen. Sie halten es für wahrscheinlich, dass dieser Bär nicht nur deshalb verschwand, weil er sich dem Klimawandel nicht anpassen konnte. Vermutlich machten prähistorische Jäger auf ihn Jagd.

Obwohl seit Jahrtausenden kein Höhlenbär mehr existiert, sei das Erbgut der Tiere aber noch lebendig, berichten nun die Potsdamer Forscher. Sie haben Gene von Höhlenbären aus mehreren Regionen Europas rekonstruiert und zwar auf dem Umweg über das Genom des Braunbären. Braun- und Höhlenbären hätten gelegentlich gemeinsamen Nachwuchs gezeugt, der sich ebenfalls fortpflanzen konnte, sodass Erbgut des Höhlenbären in den Genen des Braunbären bis heute erhalten geblieben sei, erklären die Biologen. Da in unterschiedlichen Braunbären jeweils andere Elemente des Höhlenbär-Erbguts gefunden worden seien, könnte insgesamt sogar „ein erheblicher Teil in der heutigen Braunbär-Population erhalten sein“, erklärt die Potsdamer Hochschule.