Wissen: Fleisch macht sexy, sagen australische Forscher

Wissen : Fleisch macht sexy, sagen australische Forscher

Internationale Studie mit über 1500 Versuchspersonen zeigt, warum vor allem Männer eine Vorliebe für Rindfleisch entwickeln.

(np) Männer konsumieren in Deutschland ungefähr die doppelte Menge Fleisch wie Frauen. Das zeigt die Nationale Verzehrstudie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Sie kommen im Durchschnitt auf täglich 160 Gramm. Das ist schlecht für die Gesundheit, warnen Forscher der Universität Zürich. Sie werteten Daten der Ernährungsstudie Epic des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung aus und berichteten, bei Menschen, die täglich mehr als 40 Gramm Wurst oder andere Arten verarbeitetes Fleisch essen, steige das Risiko für einen frühen Tod.

Warum Männer trotzdem deutlich häufiger zu rotem Fleisch greifen als Frauen hat nun Eugene Chan von der Monash Business School in Melbourne untersucht. Einen wichtigen Grund glaubt die australische Wissenschaftlerin in diesem Umstand gefunden zu haben: Rotes Fleisch belebt das Liebesleben des Mannes. Das zeigten internationale Untersuchungen mit mehr als 1600 Teilnehmern aus Australien, den Vereinigten Staaten und Großbritannien.

Fleisch sei in der Frühzeit der menschlichen Entwicklung eine äußerst seltene Zutat auf dem Speisezettel gewesen und deshalb zu einem Statussymbol geworden. Und diese Bedeutung sei offenbar bis zum heutigen Tag tief in unserem Unterbewusstsein verankert. „Das Königshaus und der Adel konsumierten auch deshalb Fleisch, weil es Reichtum zur Schau stellte“, erklärt Professor Natalina Zlatevska von der University of Technology in Sydney.

Die Wissenschaftler untersuchten die Menüwahl von 268 australischen Studenten. Sie kommen dabei zu folgendem Ergebnis: Wenn Männer Fotos attraktiver Frauen betrachten, bekommen neun von zehn danach Appetit auf Rindfleisch. Bei Frauen, die sich attraktive Männer angeschaut haben, betrage die Fleisch-Quote dagegen nur etwas mehr als 50 Prozent.

Zu einem ähnlichen Resultat sei eine zweite Untersuchung gelangt, an der 878 US-Amerikaner teilnahmen. Auch bei einem Test in Großbritannien mit 489 Teilnehmern, bei dem es allerdings um Schweinefleisch ging, sei das Ergebnis vergleichbar ausgefallen.

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