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Wissen: Fitness-Apps steigern das Gesundheitsbewusstsein nicht

Wissen : Fitness-Apps steigern das Gesundheitsbewusstsein nicht

(np) Fitnessarmbänder, sogenannte Smartwatches und Gesundheitsapps sind groß in Mode. Ein Drittel aller Bundesbürger nutzt die sogenannten Fitness-Tracker laut einer Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom.

Der schreibt diesen digitalen Helfern eine große Bedeutung in der Prävention zu. Doch damit ist es offenbar nach einer Untersuchung der Hochschule Fresenius nicht besonders weit her. Die Benutzer dieser kleinen digitalen Helfer seien über ihre persönlichen Gesundheitsdaten nicht besser informiert als der unverkabelte Rest der Republik, heißt es nach einer großen Umfrage von Studenten des Kölner Studiengangs Management und Ökonomie im Gesundheitswesen. 500 Personen seien zu diesem Thema befragt worden.

Zwar zeige das Ergebnis der Umfrage, dass die Nutzer dieser sogenannten Wearables sich gesundheitsbewusster verhielten, sie würden mehr Sport treiben und achteten auch mehr auf eine ausgewogene Ernährung. „Erstaunlich ist jedoch, dass Träger von Wearables – obwohl sie Daten und Informationen als Grundlage für ihr Gesundheitsverhalten nutzen – nicht generell über mehr Gesundheitswissen verfügen“, erklärt Professor Thomas Teyke, der Leiter der Studie.

Die Benutzer seien immerhin häufiger über ihren Blutdruck im Bilde. Ihre Blutzucker- und Cholesterinwerte hätten jedoch nur 20 Prozent nennen können. Das entspreche ziemlich genau dem Bevölkerungsdurchschnitt.

Besonders dünn sei das Wissen über Krankheitsrisiken gewesen. Nicht einmal jeder sechste Befragte kenne die wichtigsten Ursachen für Herz- und Kreislauferkrankungen oder habe die Hauptrisiken für Lungenkrebs nennen können. „Fitness-Tracker sind Lifestyle-Geräte, die gerne von den Jüngeren und Gesunden genutzt werden“, heißt es in einer Pressemitteilung des Bitkom zu diesem Thema. Sie seien nicht Ausdruck eines gewandelten Gesundheitsbewusstseins, ergänzen die Wissenschaftler der Hochschule Fresenius. Die Studie zeige im Gegenteil, dass die digitale Technik am Grundproblem nichts geändert habe. „Die Kenntnis über Gesundheitsrisiken in Deutschland  sei „generell schlecht ausgeprägt“.