Wissen: Finger weg: Pflanzen mögen keine Berührung

Wissen : Finger weg: Pflanzen mögen keine Berührung

Australische Wissenschaftler berichten von einer extremen Sensibilität von Blättern und Trieben.

(np) Es gibt Menschen, von denen es heißt, sie hätten einen „Grünen Daumen“ und könnten gut mit Pflanzen umgehen. Doch auch wer seine Gewächse mit großer Hingabe pflegt, sollte besser die Finger von ihren Blättern lassen, berichten Wissenschaftler der La Trobe University in Melbourne. Wer häufig an den Gewächsen herumzupfe, könne ihnen schaden. Viele Pflanzen seien berührungsempfindlich, ihr Wachstum könne durch häufigen Kontakt mit menschlichen Händen gebremst werden.

„Die leichteste Berührung von Menschen, Tieren, Insekten oder sogar Pflanzen löst eine umfangreiche Gen-Reaktion aus“, erklärt Professor Jim Whelan vom Institut für Landwirtschaft und Ernährung. Das koste die Pflanze viel Energie, und die fehle ihr dann wiederum fürs Wachstum. Warum Pflanzen auf Berührungen so heftig reagieren sei nicht bekannt. Unklar sei auch, ob und wie sie dabei zwischen Freund und Feind unterscheiden. Denkbar sei unter anderem, so die australischen Wissenschaftler, dass dieser Effekt es dicht beieinander stehenden Pflanzen ermögliche, besseren Zugang zum Sonnenlicht zu finden.

Die australischen Wissenschaftler untersuchten den Effekt an der Acker-Schmalwand (Arabidopsis thaliana), einer bei Biologen besonders beliebten Testpflanze. Als Nächstes wollen sie die Ursache dieser Abwehrreaktion herausfinden und außerdem untersuchen, ob es möglich ist, weniger berührungsempfindliche Gewächse für die Landwirtschaft zu entwickeln.

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