1. Leben
  2. Wissen

Die Zukunft des Elektroflugzeugs

Luftfahrt : Elektroflugzeuge sollen Regionalflughäfen verbinden

(np) Wenn von Elektromobilität die Rede ist, denken alle ans Auto. Und wie sieht es in der Luft aus? Erste elektrische Kleinflugzeuge gibt es schon, der nächste Schritt soll in die sogenannte Commuter-Klasse führen.

So nennen die Luftfahrtexperten Flugzeuge mit bis zu 19 Plätzen. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat mit dem Bauhaus Luftfahrt, einer bayerischen Forschungsvereinigung, zu der sich Unternehmen der Luftfahrt zusammengeschlossen haben, nun Möglichkeiten dieser Klasse untersucht. Die Ingenieure kommen zum Ergebnis, dass wirtschaftliche Flugtaxiverbindungen von Startplätzen mittelgroßer Städte denkbar sind. Dieser Markt sei bisher  überschaubar, heute seien weltweit 3000 solcher Flugzeuge unterwegs.

Bei elektrisch angetriebenen Flugzeugen dieser Kategorie ist die Reichweite eingeschränkt, erklärt Projektleiter Wolfgang Grimme vom DLR. Bei einem Batteriegewicht von zwei Tonnen und einer Gesamtabflugmasse von 8,6 Tonnen betrage die elektrische Reichweite etwa 200 Kilometer und könne in den kommenden Jahren mit verbesserter Technik auf das Doppelte gesteigert werden. Wer weiter entfernte Ziele ansteuern wolle, könne die Distanz mit einer Gasturbine auf über 1000 Kilometer erweitern.

Die Turbine müsse aber nicht so häufig zum Einsatz kommen. „Nach unseren Recherchen fliegen 19-Sitzer weltweit zu 56 Prozent Strecken unter 200 Kilometern und zu 83 Prozent unter 350 Kilometern“, erklärt Annika Paul vom Bauhaus Luftfahrt. Der sogenannte Range Extender spiele dagegen für die Sicherheit eines Elektrofliegers eine große Rolle, da er in einem Notfall zusätzliche Reichweite garantiere. Er ermögliche auch im Alltag einen längeren rein elektrischen Flug, da keine Batterieleistung in Reserve gehalten werden müsse, ergänzt Georgi Atanasov vom DLR.

Dass die neuen Elektroflieger noch nicht am Start sind, hat mehrere Ursachen. Dazu gehöre unter anderem die Tatsache, dass die Zahl der möglichen Batterie-Ladezyklen mit 1000 Durchgängen vergleichsweise gering sei. Wenn auch noch die Kosten für den Kohlendioxid-Ausstoß steigen, erhöhe das ebenfalls die wirtschaftlichen Perspektiven elektrischer Flugzeuge.