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Luftfahrt
Das Elektroflugzeug nimmt Gestalt an

Diese Grafik zeigt das Testflugzeug E-Fan-X. Airbus, Siemens und der  Triebwerkshersteller Rolls Royce wollen seinen hybrid-elektrischen Antrieb gemeinsam entwickeln.
Diese Grafik zeigt das Testflugzeug E-Fan-X. Airbus, Siemens und der  Triebwerkshersteller Rolls Royce wollen seinen hybrid-elektrischen Antrieb gemeinsam entwickeln. FOTO: dpa / Uncredited
München. Der Siemens-Konzern, Airbus und der Triebwerkshersteller Rolls-Royce wollen den Elektroantrieb in der Luft testen.

(np) In zwei Jahrzehnten, so eine Zukunftsvision, könnten elektrisch betriebene Flugzeuge mit bis zu 60 Passagieren am Himmel eine Selbstverständlichkeit sein. Diese Maschinen  sollen allerdings nicht über Solarzellen mit Strom versorgt werden, sondern Energie aus Batterien und Brennstoffzellen beziehen.


Wie das funktioniert, hat das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt bei der vergangenen Hannovermesse gezeigt. Es stellte ein mit Partnern aus der Wirtschaft entwickeltes Kleinflugzeug vor, das Modell HY4. Es hat 630 Kilogramm Leergewicht, ist 7,40 Meter lang und hat eine Spannweite von 21,4 Metern. Der Elektroantrieb der einmotorigen Maschine wird von einer Brennstoffzelle mit einer Leistung von 45 Kilowatt (61 PS) mit Energie versorgt. Wenn der Antrieb beim Start und im Steigflug maximal gefordert ist, soll eine Lithium-Hochleistungsbatterie für zusätzliche Leistung sorgen.

Dieses Kleinflugzeug für vier Passagiere, das eine Höchstgeschwindigkeit von 200  Kilometern pro Stunde erreicht, ist im Vergleich zu dem Projekt, das jetzt der Siemens-Konzern, Airbus und der Triebwerkshersteller Rolls Royce  vorgeschlagen haben, allerdings  ein Winzling. Die Konzerne wollen ab dem Jahr 2020 erstmals einen hybrid-elektrischen Antrieb in einem größeren Flugzeug in der Luft testen.



Wie das Münchner Unternehmen berichtet, soll für das sogenannte E-Fan-X-Projekt ein vierstrahliges Kurzstreckenflugzeug vom Typ BAe 146, das 100 Passagieren Platz bietet, zur fliegenden Versuchsplattform umgerüstet werden. In der Maschine solle zunächst ein von Siemens entwickeltes, extrem leichtes und zwei Megawatt starkes elektrisches Antriebsaggregat eines der vier Düsentriebwerke ersetzen. Wenn sich die Technik  bewährt, könne ein zweites Triebwerk bei diesem Testflugzeug nachgerüstet werden, erklärte  Airbus.