| 20:31 Uhr

Mini-Biotop
Biologen nehmen das Biotop Sandkorn unter die Lupe

Bremen. (np) Wer an einem sonnigen Strand eine Handvoll Sand  durch die Finger rinnen lässt, macht sich keine Vorstellungen von der Vielfalt des Lebens, das da zu Boden rieselt. Auf diesen Körnern siedeln zig Milliarden Bakterien, haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie in Bremen errechnet. Ein einziges Sandkorn könne Heimat von 10 000 bis 100 000 solcher Mikroorganismen sein.

(np) Wer an einem sonnigen Strand eine Handvoll Sand  durch die Finger rinnen lässt, macht sich keine Vorstellungen von der Vielfalt des Lebens, das da zu Boden rieselt. Auf diesen Körnern siedeln zig Milliarden Bakterien, haben Forscher des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie in Bremen errechnet. Ein einziges Sandkorn könne Heimat von 10 000 bis 100 000 solcher Mikroorganismen sein.



Der Biologe David Probandt hat den Lebensraum Sandkorn unter die Lupe genommen. Exponierte Flächen verschmähen die Bakterien, stattdessen tummeln sie sich liebe in Rissen und Kuhlen. „Dort sind sie gut geschützt“, erklärt Probandt.

Beeindruckend sei die Vielfalt des Lebens gewesen, die den Forschern auf den Sandkörnern begegnete, die sie  nahe Helgoland gewannen. „Auf jedem einzelnen Sandkorn fanden wir tausende verschieden Arten von Bakterien“, erklärt Probandt. 

Sie spielten eine bedeutende Rolle für das Ökosystem Meer. Da die Bakterien Kohlenstoff und Stickstoff verarbeiteten, wirke Sand wie ein riesiger, reinigender Filter. Vieles von dem, was das Meerwasser in den Boden spüle, komme dort nicht wieder heraus.