Beliebte Shopping-App Verbraucherzentrale warnt vor Käufen bei Temu

Saarbrücken · Die Verbraucherzentrale Saarland warnt vor der Shopping-App „Temu“. Worauf Kunden achten sollten.

 Die Billig-Plattform Temu steht in der Kritik, die Verbraucherzentrale rät zur Vorsicht.

Die Billig-Plattform Temu steht in der Kritik, die Verbraucherzentrale rät zur Vorsicht.

Foto: dpa/Hannes P Albert

Die Shopping-App „Temu“ steht ganz weit oben in den App-Charts. Die Billig-Plattform lockt mit extremen Schnäppchen und hohen Rabatten. Verkauft wird alles von Smartwatches und Kopfhörern über Kleidung bis hin zu Küchen- oder Beauty-Produkten. Bei „Temu“ werden die Produkte nicht direkt von der Plattform selbst verkauft, sondern über externe Händler, erklärt die Verbraucherzentrale Saarland. Eigenmarken biete der Händler nicht an. „Temu“ müsse aufgrund der geringen Artikel-Preise in vielen Fällen zudem keinen Zoll zahlen. Denn der fällt erst bei einem Sachwert ab 150 Euro an.

Temu: Nutzer beschweren sich über schlechten Kundenservice und schlechte Ware

Dennoch könnten Einfuhr-Umsatz- und Verbrauchs-Steuern anfallen, die Kaufende bereits ab 5,26 Euro Warenwert zahlen müssten, gibt die Verbraucherzentrale Saarland zu bedenken. Zustelldienste legen diese Kosten in der Regel aus und kassieren dann bei den Empfängern bei der Paket-Zustellung. Der Paket-Dienst DHL schreibt auf seiner Website dazu: „Wurde die Ware auf einem Online-Marktplatz bestellt, der in der EU registriert ist und die anfallende Mehrwertsteuer in einem EU-Land abführt, entfallen keine Abgaben, da der Empfänger die fälligen Abgaben direkt beim Kauf beziehungsweise der Online-Bestellung bezahlt.“ Dieses System wird als „Import One Stop Shop (IOSS)“ bezeichnet. Registriert sich der Versandhändler darüber, ist die Steuer schon beim Kauf im Rechnungsbetrag enthalten, heißt es weiter. „Temu“ gibt im Impressum seiner deutschen Seite an, in Irland registriert zu sein.

Gerade in Zeiten von Inflation und Preiskrise wurde die Shopping-App allein im „Google Play Store“ bereits mehr als 50 Millionen Mal heruntergeladen. An der Online-Plattform gibt es jedoch auch Kritik, unter anderem sei die Rede von „schlechter Qualität der Waren, nicht erhaltenen Sendungen und einem schlecht erreichbaren Kundenservice“, so die Bewertungsportale im Internet. Die Käufer sollten deshalb bei der Nutzung von „Temu“ einige wichtige Punkte beachten, da wie bei jedem Online-Shop aus dem Ausland auch hier bestimmte Fallstricke und Risiken lauern, warnt die Verbraucherzentrale Saarland. Wer dennoch über „Temu“ einkaufen möchte, sollte auf folgende Punkte achten: Kunden sollten sich über die geltenden Zollbestimmungen informieren, wenn sie bei Händlern außerhalb der EU bestellen. Sonst können zusätzliche Steuern und Zollgebühren auf sie zukommen.

Shopping-App Temu: Nicht auf Vorkasse bestellen

Nach Möglichkeit sollten sie nicht in Vorkasse treten, sondern erst zahlen, wenn sie die Ware erhalten haben und zufrieden sind“, erklärt die Verbraucherzentrale Saarland. Bekommen die Kunden Zahlungs-Aufforderungen, bevor sie Ware erhalten haben, sollten sie diese nicht ignorieren, sondern sich beim Online-Kundenservice anmelden und dort erklären, dass sie noch nichts erhalten haben. Kommt Ware von Händlern in Fernost, kann es zu langen Lieferzeiten kommen.

Bei elektronischen Geräten empfiehlt es sich, auf zugelassene CE-Zeichen zu achten: „Insgesamt ist es wichtig, kritisch zu sein und sich vor dem Kauf gut zu informieren. Verbraucher sollten die Bewertungen anderer Kunden überprüfen“, rät die Verbraucherzentrale Saarland. Und wer sich durch ständige Werbeansprache gestört fühle, sollte in der App oder in den Einstellungen des Smartphones Push-Benachrichtigungen ausschalten, vom E-Mail-Newsletter wieder abmelden oder auf eine Werbe-SMS mit STOP antworten, wie es in den „Temu“-Nutzungsbedingungen vom 8. Juli 2023 heißt.

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