Stiftung Warentest Die beste elektrische Zahnbürste kostet unter 30 Euro

Muss Qualität teuer sein? Stiftung Warentest hat 63 elektrische Zahnbürsten getestet. Diese günstigen Modelle bis 30 Euro erhalten gute Bewertungen.

Stiftung Warentest: Beste elektrische Zahnbürste kostet unter 30 Euro​
Foto: dpa/Frank Rumpenhorst
  • Stiftung Warentest hat insgesamt 63 elektrische Zahnbürsten getestet
  • Im Testbericht erhalten günstige Modelle oft eine gute Gesamtwertung
  • Vorsicht vor Daten-Tracking bei Zahnputz-Apps
  • Putzverhalten entscheidend für Kauf

Es ist ein alltägliches Ritual: das Zähneputzen. Vor allem Kinder sträuben sich häufig dagegen, aber auch für Erwachsene sind die empfohlenen zwei Minuten morgens und abends oft etwas langweilig. Wie bei allem, das uns Menschen etwas mühselig erscheint, reagiert die Technik mit Gadgets und Erleichterungen, wie der elektrischen Zahnbürste. Stiftung Warentest hat 63 Modelle mit verschiedensten Funktionen für Sie getestet.

Welche elektrische Zahnbürste ist die beste? So prüft Stiftung Warentest

Im Vergleich bei Stiftung Warentest werden die elektrischen Zahnbürsten auf verschiedene Parameter hin begutachtet. So wird etwa der Stromverbrauch ermittelt, die Haltbarkeit durch eine Laborsimulation überprüft, Kunststoffe auf Schadstoffe hin kontrolliert und die Handhabung, Lautstärke und das Erreichen schwieriger Stellen von Experten beurteilt. Eine Putzmaschine ermittelt die Putzleistung der einzelnen Modelle.

Hierzu werden schwarz lackierte Zahnmodelle mit einer weißen Substanz ummantelt, welche Plaque imitieren soll. Von jedem Modell werden sechs Zahnbürsten in die Maschine eingespannt, wobei jeder Winkel und Abstand genau sein muss, um ein objektives Resultat zu erhalten. Nach dem Test werden die Zahnmodelle fotografiert. Der Kontrast zwischen schwarzem Lack und weißem Belag hilft anschließend einer Computersoftware dabei, die Ergebnisse auszuwerten: je weniger weiße Pixel im Bild, desto besser die Putzleistung.

Auch Zahnputz-Apps hat Stiftung Warentest überprüft. Die Applikationen von Philips, Oral-B, Playbrush und Xiaomi wurden daraufhin untersucht, ob für die App nicht notwendige Daten weitergesandt werden. Drei von vier der getesteten Apps wurden dabei als kritisch eingestuft, da sie Tracking-Daten oder sogar Gerätedaten versenden und teilweise eine Standortberechtigung benötigen. Nur die App von Oral-B hat hier ein positives Urteil erhalten.

Qualität muss nicht teuer sein

Die Preisspanne der von Stiftung Warentest getesteten Zahnbürsten war groß. Das günstigste Modell ist die Prokudent Motion Zahnbürste von Rossmann für 12 Euro, während man für die iO Series 10 Cosmic Black von Oral-B mit 320 Euro tief in die Taschen greifen muss. Auffällig ist allerdings, dass der Unterschied in der Qualitätsbewertung nur minimal ausfällt. Während das Gerät von Oral-B mit einer 2,0 bewertet wurde, erhält das Modell von Rossmann immerhin eine 2,4 und schneidet bei der Zahnreinigung sogar besser ab. Nur wegen der etwas schlechteren Handhabung und Umwelteigenschaften gibt es eine niedrigere Gesamtwertung.

Preis-Leistungssieger kostet 20 Euro

Auch andere günstige elektrische Zahnbürsten schneiden im Test gut ab. Sieben der zehn Modelle unter 30 Euro erreichen ein Qualitätsurteil von 2,5 oder besser. Die beste Gesamtwertung erhält hierbei die Diadent Total Clean Pro von Budni mit 2,1. Mit einer Wertung von 1,6 in der Zahnreinigung putzt dieses Gerät sogar besser als manche High End Produkte, nur die mittelmäßige Handhabung und Umwelteigenschaften mindern die Gesamtwertung. Dafür ist sie mit 20 Euro Ladenpreis aber eine der günstigsten Zahnbürsten.

Weitere empfehlenswerte Geräte für 30 Euro gibt es von Müller. Sowohl die Sensident Sonic Professional als auch die Sensident Perfect Clean Professional Akku-Zahnbürste erreichen in der Gesamtwertung eine 2,3. Neben dem Vorhandensein eines Akkus unterscheidet die beiden Geräte nur der Bürstenkopf.

Eigenes Putzverhalten als Kaufkriterium

Die Art des Bürstenkopfes unterscheidet sich in der Bewegung. Es gibt rotierend-oszillierende Modelle mit einem runden Bürstenkopf, bei dem jeder Zahn einzeln geputzt wird, sowie Schallzahnbürsten, deren länglicherer Bürstenkopf stark vibriert und die eine größere Fläche abdecken. Das eigene Putzverhalten sollte hierbei ausschlaggebend für den Kauf sein. Wer es lieber etwas bequemer mag, ist bei der Sensident Sonic Professional von Müller mit ihrem länglicheren Bürstenkopf besser bedient. Dafür punktet die Sensident Perfect Clean Professional mit einem Akku.

Insgesamt lässt sich feststellen, dass man für eine qualitativ gute elektrische Zahnbürste nicht tief in die Tasche greifen muss. Viele Modelle im unteren Preissegment oder sogar unter 30 Euro haben im Test gut abgeschnitten. Wer also bei seiner Zahnbürste etwas Geld sparen möchte, muss keine Angst haben, damit auch an der Putzleistung zu sparen, denn besonders diese ist nicht nur vergleichbar, sondern oft sogar besser als die der teuren Modelle.

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