Testbericht Enthaarungscreme im Öko-Test: Zwei bekannten Marken fallen mit „ungenügend“ durch

Enthaarungscreme als gute Alternative zur Nassrasur? Ob dies tatsächlich der Fall ist, hat Öko-Test anhand von 17 konventionellen Enthaarungscremes getestet. Hier erfahren Sie, worauf Sie als Verbraucher achten sollten.

  • Öko-Test hat 17 konventionelle Enthaarungscreme auf den Prüfstand gestellt.
  • Fünf Produkte erhalten im Testbericht das Gesamturteil „gut“.
  • Unter den Schlusslichtern befinden sich gleich zwei Cremes einer bekannten Marke.

Die Verwendung von Enthaarungscremes scheint für viele Verbraucher eine angenehme Alternative zum Rasierer oder Epilierer zu sein. Allerdings können die falsche Anwendung oder das falsche Produkt zu Hautirritationen oder Allergien führen. Welche Enthaarungscremes geeignet sind und was Sie bei der Nutzung solcher Cremes unbedingt beachten sollten hat Öko-Test in einem Testbericht zusammengefasst.

Konventionelle Enthaarungscremes im Test: So ging Öko-Test vor

Öko-Test hat 17 Enthaarungscremes für Frauen und Männer zwischen 1,38 Euro und 11,61 Euro pro 150 Milliliter getestet. Die getesteten Cremes enthalten alle Thioglykolsäure, die unter den Namen Potassium Thioglycolate oder Calcium Thioglycolate auf den Zutatenlisten zu finden ist. Da diese in zertifizierter Naturkosmetik nicht verwendet werden darf, sind ausschließlich konventionelle Enthaarungscremes getestet worden. Die beauftragten Labore untersuchten die Cremes auf verschiedene Inhaltsstoffe, die Allergien und Hautreizungen verursachen können.

Darunter problematische Duftstoffe, Konservierungsmittel und chemische Verbindungen. Enthaarungscremes mit Paraffinen wurden auf problematische Mineralölbestandteile analysiert. Zusätzlich überprüfte Öko-Test wichtige Anwendungshinweise, darunter der Hinweis, dass das Produkt nicht mit Schleimhäuten in Kontakt kommen soll. Die Zutatenlisten wurden außerdem auf Inhaltsstoffe untersucht, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen und die Umwelt belasten.

Fünf Enthaarungscreme erhalten die Note „gut“

Keine der getesteten Cremes erhielt das Gesamturteil „sehr gut“, denn Öko-Test zog für die enthaltene, hautreizende Thioglykolsäure grundsätzlich Punkte im Test ab. Nach Angaben des EU-Ausschusses der Verbrauchersicherheit (SCCS) gelten die im Handel erhältlichen Enthaarungscremes als sicher, sofern sie gemäß der Anwendungshinweise genutzt werden. Die Sicherheit sei laut SCCS gewährleistet, wenn die gleichzeitige „Anwendung an Achselhöhlen, unteren Beinen und Bikinizone“ stattfindet.

Die gute Nachricht: Alle Produkte weisen die gesetzlich vorgeschriebenen Hinweise sowie weitere Empfehlungen für die Anwendung von Enthaarungscreme auf. So empfehlen die Hersteller Verbrauchern, die Creme „auf einer kleinen Stelle zu testen“, um sicherzustellen, dass keine Hautreizungen auftreten. Diese und drei weitere Enthaarungscremes erhielten das Gesamturteil „gut“:

  • Balea Men Enthaarungscreme (Dm), 2,21 Euro pro 150 Milliliter
  • Bevola Enthaarungscreme Körper (Kaufland, Maxim Markenprodukte), 1,38 Euro pro 150 Milliliter

Bekannte Marke fällt mit gleich zwei Enthaarungscremes durch

Alle getesteten Cremes enthalten Parfüm, um den schwefeligen Geruch, der beim Auflösen der Haare entsteht, zu überdecken. Außerdem entdeckten die Labore bei drei paraffinhaltigen Cremes problematische Mineralölbestandteile, die krebserregende Elemente enthalten können. Ausgerechnet zwei dieser Cremes stammen von der bekannten Marke Veet. Zusätzlich enthält ein Veet-Produkt Duftstoffe, die sich im menschlichen Fettgewebe anreichern und von Öko-Test daher als problematisch eingestuft werden. Das sind die Schlusslichter mit der Note „ungenügend“:

  • Veet Men Haarentfernungscreme Oberkörper & Beine (Reckitt Benckiser), 5,06 Euro pro 150 Milliliter
  • Veet Pure Haarentfernungscreme Körper & Beine (Reckitt Benckiser), 5,42 Euro pro 150 Milliliter

Im Testbericht standen auch Produkte in der Kritik, die laut Hersteller für sensible Haut geeignet seien. Öko-Test stellte fest, dass diese in ihren Inhaltsstoffen kaum von den übrigen Produkten abweichen und Enthaarungscremes grundsätzlich „nicht sanft zur Haut sind“.

Öko-Test: Das sollten Verbraucher bei der Verwendung von Enthaarungscremes beachten

Öko-Test und die meisten Hersteller empfehlen Verbrauchern die Cremes zunächst an einer kleinen Stelle zu testen und bis zum nächsten Tag abzuwarten, um Hautirritationen auszuschließen. Von einer großflächigen Nutzung wird grundsätzlich abgeraten. Daher sollten Verbraucher die Creme lediglich auf die unteren Beine, die Achseln und die Bikinizone gleichzeitig auftragen.

Nach einer Anwendung rät Öko-Test etwa 72 Stunden bis zur nächsten Anwendung abzuwarten, damit sich die Haut erholen kann. Besonders wichtig: „Bitte bei Enthaarungscremes die Anwendungshinweise der Anbieter ernst nehmen und nicht an den Schleimhäuten verwenden“, heißt es im Testbericht.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort