Von Jobsuche bis Onboarding Berufseinstieg: Mit diesen Tipps klappt's

Hamm/Berlin · Ausbildung oder Uni fertig - und jetzt? Hier findest du clevere Tipps von der Stellensuche über die Bewerbung bis hin zum Onboarding.

Auf dem Weg in den ersten Job müssen einige Hürden genommen werden - kein Problem mit etwas Know-how.

Auf dem Weg in den ersten Job müssen einige Hürden genommen werden - kein Problem mit etwas Know-how.

Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Egal, was es wird: Der erste Job ist fast immer aufregend. Und der Weg dahin nicht immer einfach. Welche Fragen du dir stellen solltest und wie du den Einstieg in den Job am besten angehst - dazu hier eine Übersicht.

Expertinnen und Experten geben dir Tipps, wie du die passende Stelle findest, was bei der Bewerbung wirklich zählt - und worauf es im Bewerbungsgespräch ankommt.

Skills: Welcher Job passt zu mir?

Sozialer Dienst oder doch eher Software-Start-up? Handwerk oder Agentur? Jeder Beruf ist ein eigener Kosmos, der einen großen Einfluss auf die eigene Lebenswelt hat. Er bestimmt, mit welchen Themen wir uns befassen - und zu einem großen Teil auch, welche Menschen wir kennenlernen.

Als Trainee haben Berufseinsteiger die Möglichkeit, verschiedene Bereiche eines Unternehmens kennenzulernen.

Als Trainee haben Berufseinsteiger die Möglichkeit, verschiedene Bereiche eines Unternehmens kennenzulernen.

Foto: Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn

Eine ziemlich große Entscheidung also. Wo soll man da anfangen?

Viele wissen zumindest grob, was sie interessiert. Und entscheiden sich passend dazu für eine Berufsausbildung oder ein Studium.

Aber wo man damit landet, steht damit oft noch nicht fest. Denn es gibt viele Möglichkeiten: Behörde oder private Wirtschaft? Mittelstand oder Großkonzern? Einkauf oder Vertrieb?

3 wichtige Punkte für die Orientierung von Berufsberaterin Halina Wilczek von der Arbeitsagentur Hamm:

  • Mit den eigenen Kenntnissen auseinandersetzen: Was habe ich in der Ausbildung oder im Studium genau gelernt? Habe ich Schwerpunkte gesetzt, die gut zu konkreten Jobangeboten passen könnten? Hier geht es um die Hard Skills, also fachliche Fähigkeiten.
  • Die eigenen Stärken auflisten: Welche Fähigkeiten und Talente habe ich abseits der fachlichen Inhalte meiner Ausbildung oder des Studiums? Hier geht es um Soft Skills wie Charakterzüge oder Eigenschaften, die gut zu bestimmten Berufen passen.
  • Die eigenen Interessen einbeziehen: Was macht mir Spaß? Womit will ich mich dauerhaft beschäftigen? Das sind wichtige Fragen, weil der Job in der Regel einen großen Teil unserer Zeit einnimmt.
Berufsberater können bei der Jobsuche helfen. Sie wissen, welche Skills in welcher Branche gefragt sind.

Berufsberater können bei der Jobsuche helfen. Sie wissen, welche Skills in welcher Branche gefragt sind.

Foto: Benjamin Nolte/dpa-tmn

Fazit: Es ist wichtig, dir klarzumachen, was dich wirklich interessiert und welche Qualifikationen und Stärken du mitbringst. Kannst du das eingrenzen, fällt die Suche nach dem passenden Job leichter.

Um am Ende wirklich einschätzen zu können, was einen im Job erwartet, braucht es praktische Erfahrungen:

  • Die Ausbildung in einem Betrieb zeigt, wie ein Beruf wirklich ist und welche Facetten er hat. Während des Studiums bieten Praktika eine gute Möglichkeit für praktische Einblicke. Dadurch bekommt man häufig schon ein gutes Gespür dafür, ob einem ein Job liegt.
  • Frage andere nach ihren Erfahrungen. Wie sieht der Berufsalltag aus, womit beschäftigst du dich? Das wissen vor allem Menschen, die in dem Beruf arbeiten: Wenn du eine Idee hast, wohin es für dich gehen könnte, frag doch erst mal Freunde und Bekannte, die in dem Bereich tätig sind, rät Job-Coach Barbara Bilyk aus Freiburg.
  • Generell hilft der Austausch mit anderen - auch mit Mitarbeiterinnen der Arbeitsagentur, Beratungen und Job-Coaches. Genauso wie allgemein mit Freundinnen und Freunden. Die kann man zum Beispiel fragen: In welchem Beruf siehst du mich?

Tipps für die Online-Recherche:

  • New Plan heißt ein Online-Angebot der Arbeitsagentur, das dabei helfen soll, sich beruflich neu zu orientieren. Dazu absolviert man Tests und bekommt Vorschläge, welche beruflichen Aufgabenbereiche zu den eigenen Stärken und Kompetenzen passen könnten.
  • DieBerufenet-Seite der Arbeitsagentur wiederum gibt Einblicke in konkrete Jobs - sortiert nach Berufsfeldern wie „Elektro“, „Gesundheit“ oder „Medien“.

Jobsuche: Wie finde ich Stellen für Einsteiger?

Oft wird in Stellenanzeigen verlangt, was Berufsanfänger noch nicht oder kaum haben: Berufserfahrung. Wichtig hier: die Anzeigen so filtern, dass sie zum eigenen Niveau passen.

So finden Berufseinsteiger passende Jobs:

  • Auf den meisten Online-Portalen für die Jobsuche sei es möglich, nach Stellen für Berufseinsteiger zu filtern, sagt Halina Wilczek.
  • Muss die Berufserfahrung angegeben werden, wählen Einsteiger null bis drei Jahre. So lange gilt man offiziell als Jobanfänger.
  • Es gibt Jobbörsen, die auf Berufseinsteiger ausgerichtet sind, zum Beispiel das Portal Absolventa für Hochschulabsolventen.
  • Wenn in einer Anzeige eine Junior-Stelle ausgeschrieben ist, richtet die sich in der Regel an Berufsanfänger.
  • Trainee-Programme bieten einen begleiteten Einstieg in den Job. Sie richten sich an Menschen, die gerade mit dem Studium fertig sind. Gut zu wissen: Der Begriff wird nicht einheitlich verwendet.

Trainee - was ist das? In sechs bis 18 Monaten durchläuft man unterschiedliche Bereiche eines Unternehmens, um verschiedene Einblicke zu bekommen. Wichtig dabei: eine gründliche Einarbeitung und Betreuung.

Gut zu wissen: Meist bieten große Unternehmen solche Programme an. Der Vorteil ist, dass Trainees deshalb in der Regel nicht viel weniger verdienen als andere Berufseinsteiger. Häufig finden sich solche Angebote für Berufseinsteiger auf den Karriereportalen der Firmen.

  • Wenn du ungefähr weißt, wohin es gehen soll, kannst du dich genauer mit deinen Wunschunternehmen aus der Branche befassen. Dazu kannst du Berufsmessen oder den Tag der offenen Tür nutzen, so kommt man mit Mitarbeitenden ins Gespräch und kann sich ungezwungen austauschen und Fragen stellen.
  • Wichtig natürlich: der Webauftritt - inklusive der Social-Media-Kanäle. Dort bekommst du oft einen guten Einblick in die Unternehmenskultur. Handelt es sich um ein progressives Start-up oder ein gestandenes Unternehmen mit einer Jahrzehnte alten Tradition? Ist die Online-Präsenz ansprechend? Wofür steht das Unternehmen, was macht es aus?

Gut zu wissen: Nicht jedes Unternehmen, das junge Leute einstellen will, ist auf TikTok oder Instagram. Ein Blick auf Plattformen wie LinkedIn oder sogar Facebook kann sich lohnen, sagt Gesa Weinand, Senior Coach im Deutschen Bundesverband Coaching (DBVC).

  • Auf speziellen Bewertungsportalen wie Kununu, Glassdoor und Meinchef können sich Interessierte Bewertungen von ehemaligen und aktuellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ansehen.

Gut zu wissen: „Für eine erste Orientierung sind solche Portale geeignet“, sagt Weinand. Bei sehr positiven oder sehr negativen Bewertungen lohnt es sich aber hinzuschauen, von wem sie kommen.

Bewerbung: So kannst du punkten

Bevor es losgehen kann, steht die Bewerbung an. Damit die nicht ins Leere läuft, sollte man ein paar Punkte berücksichtigen.

Die Form

Bewerbungen werden längst überwiegend digital angenommen. Manchmal muss man bestimmte Informationen in standardisierte Felder eintragen. Zusätzliche Unterlagen lädt man etwa als PDF hoch. Gängig ist dabei folgendes:

  • Anschreiben
  • Lebenslauf
  • Zeugnisse

Bei einer E-Mail-Bewerbung sollten Jobsuchende sich nach möglichen Vorgaben des potenziellen Arbeitgebers richten, sagt Wilczek.

  • Umfang: Alles in einer Datei oder dürfen es mehrere Anhänge sein? „Maximal sollten es in einer E-Mail drei Anhänge sein: Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse“, sagt die Beraterin.
  • Dateiformat: Am besten nicht verschiedene Dateiformate nutzen, sondern alles einheitlich halten - etwa alles als PDF schicken. Manchmal gibt es außerdem Vorgaben, welche Dateigröße nicht überschritten werden darf.
  • Layout: Optisch etwas aus der Masse herauszustechen, kann nie schaden. Sebastian Clensmann ist Bewerbungscoach aus Berlin und rät zum Beispiel, das Firmenlogo des Arbeitgebers einzuarbeiten oder die Unterlagen farblich an die Unternehmensfarben anzupassen.

Der Lebenslauf

„Der Lebenslauf ist das A und O, er ist der Teil der Bewerbung, der den Ausschlag gibt“, sagt Barbara Bilyk.

3 Tipps für den Lebenslauf:

  • Maximal zwei Seiten - gut strukturiert: „Innerhalb weniger Sekunden sollte man die wesentlichen Punkte darin erfassen können“, sagt Bilyk. Bei großen Unternehmen entscheide meist eine Software, wer eingeladen werde und wer nicht. Das bedeutet: „Je strukturierter und übersichtlicher, desto besser.“
  • Kurzbeschreibung: Bewerber sollten sich in einem kurzen Absatz beschreiben. „Eine Art Summary über sich selbst“, sagt Bilyk. „Zwei, drei Sätze, was einen ausmacht.“ Klar, Berufseinsteiger können dabei noch nicht auf viel Erfahrung verweisen. Stattdessen könntest du beschreiben, was du dir von dem Job erhoffst.
  • Das Aktuellste zuerst: Wer sich nach Ausbildung oder Studium bewirbt, schreibt den Abschluss nach ganz oben. Von dort geht es chronologisch zurück. Job-Coach Clensmann schlägt außerdem den Punkt „Sonstiges“ vor. „Ich würde alles anbringen, was dem Beruf dient. Zum Beispiel Hobbys oder Sprachen, die man beherrscht.“

Das Bewerbungsbild

Ein Bild ist nicht mehr unbedingt erforderlich, die meisten entscheiden sich trotzdem noch dafür.

3 Tipps für das Bewerbungsfoto:

Ein Bewerbungsfoto sollte man am besten vom Profi anfertigen lassen.

Ein Bewerbungsfoto sollte man am besten vom Profi anfertigen lassen.

Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn

1. Format: Bitte kein Passbildformat. „Wir raten zu einem Business-Porträt im Querbildformat“, sagt Clensmann. Der klassische Ausschnitt ist das Brustbild mit Kopf und einem Teil des Oberkörpers.

Gut zu wissen: Der Coach empfiehlt, zu einem Fotografen oder einer Fotografin zu gehen.

2. Ausstrahlung: Wer bei der Aufnahme steht, wirkt lockerer. In deinem Outfit solltest du dich vor allem wohlfühlen. Ob klassisch oder viel Farbe - das kommt auf den Job an, etwa Versicherungsberatung oder Werbung.

Generell sollte ein Bewerbungsbild Offenheit und Souveränität vermitteln, sagt der Coach. Ein gerader Blick ist wichtig. Ein leichtes, souveränes Lächeln wirkt optimistisch.

3. Platzierung: Nicht oben auf dem Lebenslauf, sondern auf einem extra Deckblatt, rät Clensmann. Das Querformat-Foto sollte dort einigermaßen großflächig positioniert werden. „Das macht einen guten ersten Eindruck und Lust, die ganze Bewerbung zu lesen.“

Tipp: Unter dem Bild kann dann auch die eigene Kurzbeschreibung stehen.

Das Anschreiben

Mit einem kurzen und knappen Anschreiben von etwa einer Seite kannst du dich dem Arbeitgeber präsentieren.

3 Tipps für ein passendes Anschreiben:

  • Erfahrung: Das ist nicht einfach, eben weil Berufseinsteiger in der Regel eher wenig Erfahrung im Job mitbringen. Aber vielleicht gab es in der Ausbildung oder im Studium Projekte, die gut zum Jobprofil passen. „Gerne auch auf ein Ehrenamt oder ein anderes Engagement verweisen“, rät Halina Wilczek. Alles, was zum ausgeschriebenen Job passt, kann mit rein.
  • Motivation: Das Anschreiben sollte klar zum Ausdruck bringen, dass man motiviert ist, sich in das neue Aufgabenfeld einzuarbeiten. Du solltest klarmachen, warum genau diese Stelle bei diesem Arbeitgeber für dich interessant ist.
  • Optik: Weil Einsteiger selten mit vielen Kenntnissen punkten können, sollte die Bewerbung äußerlich was hermachen. Ganz wichtig: „Das Anschreiben sollte fehlerfrei sein“, so Wilczek. Wer möchte, kann sich im Internet Anregungen holen - aber kein Layout oder einen fremden Text übernehmen. Am Ende sollte eine individuelle Bewerbung stehen, die zu dir passt und zeigt, dass du dir Zeit dafür genommen hast.

Tipp: Wenn in der Stellenanzeige ein Ansprechpartner mit Kontakt angegeben ist, kann man dort einfach kurz anrufen, rät Barbara Bilyk. So lassen sich vor der Bewerbung vielleicht schon ein paar Fragen klären - und der eigene Name ist auch schon mal bekannt.

Vorstellungsgespräch: Darauf kommt es an

Hast du die erste Hürde genommen, wird es nicht leichter: Das Vorstellungsgespräch steht an. Aufregung ist normal.

Mit diesen 3 Tipps machst du einen guten Eindruck:

1. Informieren

Die Vorbereitung beginnt nicht erst einen Tag vor dem Gespräch. Sobald du die Einladung hast, kannst du anfangen, dich über das Unternehmen und die Aufgaben im ausgeschriebenen Job zu informieren.

Der erste Stopp ist natürlich die Homepage des Unternehmens. Aber vielleicht gibt es auch Artikel von Medien, Youtube-Videos und Infos auf Instagram und Co.

Tipp: Was treibt die Branche um? „Wer beim Gespräch im Thema ist, macht einen guten Eindruck“, sagt Berufsberaterin Wilczek.

2. Sicher auftreten

Sicher auftreten trotz Nervosität - wie geht das? Wilczek rät, die Situation vorher gezielt zu trainieren. Job-Coach Bilyk sagt: Übe eine knackige Selbstvorstellung von zwei bis fünf Minuten ein. Das geht anhand von Fragen wie:

  • Was sind meine Stärken und Schwächen?
  • Was hat mir an meiner Ausbildung gefallen?
  • Warum habe ich mich für mein Studium entschieden?
  • Was interessiert mich an der Stelle?
  • Warum möchte ich in diesem Unternehmen arbeiten?

Wer sich die Antworten auf solche Fragen schon vorher überlegt, kommt im Gespräch nicht ins Straucheln.

Wichtig auch hier: Du solltest dich in deinem Outfit wohlfühlen. Denn auch das strahlt Sicherheit aus. Achte darauf, dass die Kleidung zur Stelle und zum Unternehmen passt. Tipp: Eine Ahnung vom angemessenen Stil bekommst du auf Fotos der Homepage, auf Social Media und Co.

3. Selbst Fragen stellen

Mit guten Fragen kannst du dich von der Konkurrenz abheben. Es bieten sich etwa Fragen über die Firma oder die Einarbeitung in den konkreten Job an, so Wilczek. „Wer Interesse zeigt, bleibt eher im Gedächtnis.“

Übrigens: Um für die Frage nach der Gehaltsvorstellung gewappnet zu sein, kannst du zum Beispiel im Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit recherchieren. Dort werden Gehälter unterschiedlicher Berufe in einer Spanne angegeben.

Tipp: Einsteiger können sich mit ihren Vorstellungen im ersten Viertel der Spanne ansiedeln, sagt Wilczek.

Gut zu wissen: Auch Jobbörsen im Internet bieten oft Gehaltsrechner an.

Neu im Team: Gleich zu Beginn Kontakte zu knüpfen, kann den Berufseinstieg erleichtern.

Neu im Team: Gleich zu Beginn Kontakte zu knüpfen, kann den Berufseinstieg erleichtern.

Foto: Zacharie Scheurer/dpa-tmn

Und: Lass dich nicht demotivieren - es ist nicht ungewöhnlich, wenn Berufseinsteiger mehrere Bewerbungen schreiben müssen, bis es mit dem ersten Job klappt.

Einstieg: So kommst du gut im neuen Job an

Ist dann endlich ein Arbeitsvertrag unterschrieben, geht es nicht weniger aufregend weiter: Der erste Tag im neuen Job kann sich anfühlen wie der erste Schultag.

Berufseinsteiger sollten vor allem Geduld haben - auch mit sich selbst, rät Beraterin Wilczek. „Es kann schon sehr viel sein, was in der ersten Zeit auf einen einprasselt.“

Ein Onboarding ist zwar wünschenswert, findet laut Barbara Bilyk aber oft nur am ersten Tag und nicht über mehrere Wochen statt.

Manchmal gibt es einen Mentor, es kann aber auch sein, dass du deinen Einstieg selbst gestalten und dir proaktiv Unterstützung suchen musst.

4 Tipps für einen guten Einstieg:

  • Kontakt suchen: Auch wenn es nicht immer einfach ist, werde Teil des Teams. Etwa durch gemeinsame Mittagspausen lassen sich Netzwerke bilden. Du kannst aber auch deinen Chef oder deine Chefin bitten, dir Kollegen vorzustellen, die mit deinem Job in Zusammenhang stehen, rät Barbara Bilyk.
  • Eigeninitiative zeigen: Recht schnell proaktiv vorzugehen ist besser, als nur zurückhaltend zu beobachten, sagt Sebastian Clensmann. Frag nach und fordere Wissen ein. Biete deine Hilfe an und übernimm Verantwortung, rät er.
  • Recherchieren: „Einsteiger sollten alle Informationen nutzen, um sich ein gutes Bild von der Organisation und dem eigenen Verantwortungsbereich zu machen“, sagt Bilyk. Das geht zum Beispiel über das Intranet des Arbeitgebers, falls vorhanden. Ansonsten keine Scheu davor, immer wieder Fragen zu stellen.
  • Wertschätzend auftreten: Dass man respektvoll und höflich mit den Kolleginnen und Kollegen umgehen sollte, ist klar. Auch wichtig: „Vorsicht mit vorschnellen Urteilen und Kritik an Dingen, die man vielleicht noch nicht so ganz verstanden hat“, rät Halina Wilczek.

Wie lange gilt man als Berufsanfänger?

Die Bezeichnung kann in die Irre führen. Denn Berufseinsteiger ist man nicht nur in den ersten Tagen im Job - sondern bis drei Jahre nach dem Einstieg. So die allgemeine Definition.

Auch Quer- oder Seiteneinsteiger, die sich komplett umorientiert haben, gelten in ihrem neuen Job wieder als Berufseinsteiger.

Die meisten Einsteiger in die Berufswelt haben aber gerade ihr Studium oder eine Ausbildung abgeschlossen und sind recht jung. Das übliche Alter liegt zwischen Anfang und Mitte Zwanzig. Aber auch bis Ende zwanzig oder noch etwas später starten noch einige zum ersten Mal in die Arbeitswelt.

Ein paar Zahlen vom Statistischen Bundesamt:

  • Den größten Sprung gibt es zwischen den Altersgruppen 15 bis 19 und 20 bis 24 Jahre. Der Anteil der Erwerbstätigen steigt von 28 auf 70 Prozent.
  • Im Alter von 25 bis 29 kommen noch einige Erwerbstätige neu hinzu, ihr Anteil wächst auf 81 Prozent. Danach flacht die Kurve ab.

© dpa-infocom, dpa:231013-99-553919/232

(dpa)
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