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Trio Ziryap: Flamenco-Gitarre und „Djoze“ oder: Orient trifft Okzident
Trio Ziryap: Flamenco-Gitarre und „Djoze“ oder: Orient trifft Okzident

Das Trio Ziryap verbindet musikalisch Orient und Okzident.
Das Trio Ziryap verbindet musikalisch Orient und Okzident. FOTO: Bassem Hawar
Am Sonntag, dem 7. Oktober 2018, 17.00 Uhr, wird die Reihe „Musik in St. Marien“ mit dem Trio „Ziryap“ fortgesetzt. red/Gemeinde Schmelz

Mit dem Trio Ziryap erwartet die Besucher eine ungewöhnliche und spannende Kombination von Instrumenten und Kulturen: die zwei Flamenco-Gitarristen Merlin Grote aus Köln und Michal Maciag aus Barcelona treffen auf einen iranischen Kniegeigenspieler und stellen in ihrer Musik jene Verbindung zwischen Orient und Okzident wieder her, die Jahrhunderte lang auf der von den Mauren besetzten iberischen Halbinsel bestand. Gemeinsam haben sie eine Musik entwickelt, die sich zwischen den verschiedenen Kulturen ihrer Herkunft und zwischen arabischer Musik und Moderne bewegt. Der Name des Trios wurde durch das Leben des Musikers und Gelehrten Abu l Hasan „Ali Ibn Nafi" (789-857) alias Ziryab inspiriert, der seinerzeit von Bagdad im Irak nach Cordoba in Spanien reiste. Mit der Weiterentwicklung der traditionellen altarabischen Musik legte er einen Grundstein für die andalusische Musik und den Flamenco.


Die Kniegeige Djoze ist ein uraltes Instrument, gebaut aus verschiedenen Holzarten oder aus einer mit Fischhaut überzogenen Kokosnuss. Bassem Hawar, einer der wenigen Spieler in Europa, baut seine Instrumente selber. Er entwickelte die Djoze weiter, so dass sie alle Formen arabischer und europäischer Musik spielen kann und nicht auf ihren traditionellen Bereich, den irakischen Maqam begrenzt bleibt.

Nach seinem Entwurf werden heute Instrumente als „Bassems Djoze“ gebaut. Bassem lebt seit 2000 in Deutschland und hat sich in der freien Musikszene etabliert. Er spielt in mehreren Ensembles, die auf ihren uralten Instrumenten nicht ausschließlich orientalische Musik spielen, sondern die unterschiedlichsten Musikrichtungen zusammenbringen. 2006 gewann er  den 1. Preis beim Landeswettbewerb Creol NRW und den Bundeswettbewerb des Weltmusikpreises.



Flamenco-Gitarrist Merlin Grote wurde in der Kölner Musikszene zunächst mit dem Duo „unplugged“ bekannt, in dessen Musik sich Einflüsse aus Flamenco, Klassik, Heavy Metal und Latinjazz vermischen. Daraus entstand das Gipsy Rock Projekt, mit dem Merlin Grote in die südspanischen Flamenco-Metropolen Sevilla und Granada reiste, wo er Flamenco vor Ort studierte und viele Konzerte gab. Außerdem ist Merlin Grote ein international renommierter Gitarrenbauer. Im Jahr 2005 traf er in Köln erstmals auf den im Metal und Rock verwurzelten Gitarrist Michal Maciag. Am Anfang der Zusammenarbeit wurde nach Möglichkeiten gesucht, beide Stilistiken zu verbinden und nach kurzer Zeit war klar, dass sich beides, Stilrichtung und Technik hervorragend miteinander vereinen lassen.

Klassische Elemente aus Flamenco, arabischer und moderner Musik finden in den Kompositionen des Trios eigene Ausdrucksformen und spiegeln die Lebenswege der Musiker wieder.
In ihrer Musik verschmelzen Moderne und Tradition des Abend- und Morgenlandes. Alte Instrumente können so vor dem Aussterben gerettet werden.
Zeitgenössische Kompositionen entstehen, die an die klassische arabische Tradition anknüpfen, aber einen veränderten Blick auf die eigene Kultur spiegeln und Einflüsse aus anderen Musikkulturen nicht fürchten, sondern begrüßen. Der Eintritt zum Konzert beträgt 8,00 Euro, ermäßigt 6,00 Euro. ⇥red/Gem. Schmelz