Musical Marguerite feiert Premiere im Staatstheater Saarbrücken

Deutschsprachige Uraufführung : Große Liebe in Zeiten des Krieges

Am Samstag feiert das Musical „Marguerite“ im Saarbrücker Staatstheater Premiere.

In manchen Ländern würde wohl nur aus der Entstehungsgeschichte der aktuellen Musicalproduktion des Saarländischen Staatstheaters schon ein eigenes Musical geschrieben. Beweist sie doch, dass das Leben immer noch die schönsten Geschichten schreibt.

Ein 17-jähriger Gymnasiast sieht 1986 den Film „Yentl“ mit Barbara Streisand und der oscarprämierten Musik von Michel Legrand und brennt sofort für die Werke des französischen Komponisten. Jahre später, als Generalintendant, setzt der ehemalige Gymnasiast alles daran, das achte Musical des französischen Großmeisters, „Marguerite“, in Deutschland auf die Bühne zu bringen. Nach vielen Versuchen gelingt es schließlich, einen privaten Kontakt über eine Regisseurin zu dem Franzosen herzustellen und die Rechte für die deutschsprachige Uraufführung des Stückes zu erhalten. Die Regisseurin reist nach Paris und spricht mit Michel Legrand über die geplante Produktion. Der Franzose kündigt an, zur Premiere nach Saarbrücken zu reisen. Doch mitten in den Vorbereitungen, ein dreiviertel Jahr vor der Premiere, stirbt der 86-jährige Ausnahmekünstler. Das Team arbeitet weiter, um seinem großen Idol mit einer grandiosen deutschsprachigen Uraufführung ein weiteres Denkmal zu setzen. Und feiert schließlich eine umjubelte Premiere im Saarländischen Staatstheater.

Annette (Sibylle Lambrich) spürt das heraufziehende Unheil. Foto: Martin Kaufhold/martinkaufhold.de ;Martin Kaufhold

Auch wenn die Premiere erst am 7. Dezember, 19 Uhr, ansteht, kann davon ausgegangen werden, dass Generalintendant Bodo Busse, Regisseurin Pascale Chevroton und ihr Team des Staatstheaters ihr Publikum begeistern werden. Das ­Herzensprojekt von Busse feierte 2008 Weltpremiere im West End in London und wurde bisher außerdem in Japan und Tschechien sowie noch einmal in London aufgeführt. Neben Michel Legrand schrieben weitere Größen der Szene an dem Stück. Mit Herbert Kretzmer, Alain Boublil und Claude-Michel Schönberg waren die Köpfe hinter den Musical-Welterfolgen „Les Misérables“ und „Miss Saigon“ beteiligt. Wie „Les Misérables“ basiert die Geschichte von „Marguerite“ auf einem Buch von Victor Hugo.

Marguerite (Katja Reichert) ist auf das Wohlwollen des Offiziers Otto (Stefan Röttig) angewiesen. Foto: Martin Kaufhold/martinkaufhold.de ;Martin Kaufhold

Es geht um die große Liebe in Zeiten des Krieges. „Marguerite“ entführt die Zuschauer in das besetzte Paris Anfang der 1940er Jahre. Marguerite (Katja Reichert) ist eine gefeierte Jazzsängerin. Die Pariser Gesellschaft versucht, mit Partys dem Krieg zu entfliehen und Marguerite ist ein Star der Veranstaltungen. An ihrem 40. Geburtstag lernt sie den jungen Pianisten Armand (Julian Culemann) kennen und verliebt sich. Diese Begegnung führt zu vielen Problemen. Zum einen ist Armand mittellos, zum anderen schließt er sich der Résistance, dem Widerstand gegen die Nationalsozialisten, an. Hinzu kommt, dass Marguerite die Mätresse des deutschen Nazi-Offiziers Otto (Stefan Röttig) ist, der ihr ihren Lebensstil sichert. Ein Spiel mit dem Feuer und um Leben und Tod beginnt.

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