Im Saarländischen Staatstheater Saarbrücken werden im Mai gleich fünf Premieren gefeiert.

Termin der Woche : Minna, Dosenfleisch und Game Over

Im Saarländischen Staatstheater Saarbrücken werden im Mai gleich fünf Premieren gefeiert.

Alles neu macht der Mai: Im Wonnemonat lädt das Saarländische Staatstheater (SST) zu einem Premieren-Marathon ein. Insgesamt fünf neue Produktionen diverser Sparten gehen auf den verschiedenen Bühnen des SST an den Start.

Den Auftakt macht die sparte4: Mit „Dosenfleisch“ von Ferdinand Schmalz (kein Scherz, der Autor heißt wirklich so) kommt hier ab Sonntag, 12. Mai, laut SST „ein veritabler Thriller auf die kleine Bühne“. Vier Menschen treffen nachts in einem Autobahnrestaurant aufeinander: Beate, die Besitzerin, deren Geburtshaus der Autobahn weichen musste, Jayne, die ehemalige Schauspielerin, deren Gesicht nach einem Verkehrsunfall entstellt ist, Versicherungsmakler Rolf und ein Fernfahrer. „Ein Kriminalstück voll hintersinnigen Humors und schwarzer Pointen“, so versprechen die Verantwortlichen, in Szene gesetzt von Regisseur Niklas Ritter.

Am Freitag, 17. Mai, gilt es laut Staatstheater, „eine neue Art von Theater zu entdecken – und bei der sind die Zuschauer quasi mittendrin statt nur dabei.“ Mit „Game Over“ wird eine spannende Verschmelzung von theatralem Erlebnis, begehbarer Installation und Gesellschaftsspiel angekündigt. Am Sonntag, 5. Mai, 15 Uhr, können Interessierte den Probenstart zu „Game Over“ miterleben. Zu Gast im Staatstheater (Mittelfoyer) ist die Anthropologin Barbara Krug-Richter von der Uni des Saarlandes.
Natürlich darf im Wonnemonat Mai auch ein Stück über die Liebe nicht fehlen. „Wie im Leben geht’s auch auf der Bühne drunter und drüber, wenn Männlein und Weiblein aufeinandertreffen“, verprechen die Theatermacher. Die Rede ist von Lessings Lustspiel „Minna von Barnhelm“. Die Titelheldin liebt den Major von Tellheim, und Tellheim liebt seine Minna. Es könnte also alles ganz einfach sein. Ist es aber nicht. Der ehemalige preußische Offizier, unehrenhaft aus dem Militär entlassen und verarmt, fühlt sich in seiner Ehre gekränkt und unwürdig, Minnas Mann zu werden. Doch Minna ist nicht die einzige, die Liebeskummer hat: Auch ihre Freundin Franziska hat es nicht leicht mit den Männern. Der Schauspiel-Klassiker kommt ab Samstag, 18. Mai, auf die Bühne des Großen Hauses, von der jungen Regisseurin Anne Bader inszeniert.

Auch der Tanz soll im Mai nicht zu kurz kommen: Die Tänzerinnen und Tänzer des Saarländischen Staatsballetts werfen einen Blick in den Abgrund der Gegenwart. „We are here“ setzt sich mit dem Gefühl der latent drohenden Gefahr auseinander und ergründet die unterschiedlichen Reaktionen der Menschen darauf. Für Anna Konjetzky ist es die zweite Arbeit mit dem Saarländischen Staatsballett, zu sehen ab 30. Mai in der Alten Feuerwache.

Und zum Monatsende erobert der deutsche Klassiker schlechthin die Bühne des Großen Hauses: „Faust“. Am Saarländischen Staatstheater kommt die Parabel über das ewige Verlangen nach dem Unerreichbaren ab Freitag, 31. Mai, als Oper auf die Bühne. In Szene gesetzt wird die Oper von dem jungen russischen Regisseur Vasily Barkhatov.

Ein aufstrebendes Regietalent: Der junge russische Regisseur Vasily Barkhatov inszeniert Gounods „Faust“ am Saarländischen Staatstheater. Premiere ist am Freitag, 31. Mai. Foto: Astrid Karger

www.staatstheater.saarland

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