Für Feinschmecker Tipps und Trends für die Grillsaison 2023 – so grillen Sie wie ein Profi

Saarbrücken · Es wird wärmer, und die Sonne lädt zum Grillen – im Saarland natürlich zum Schwenken – ein. Wir haben die Trends der kommenden Saison zusammengestellt und erklären, worauf die Brutzler achten sollten.

 Die Grillsaison wird für viele mit den steigenden Temperaturen eingeläutet. Aber wie grillt man wie ein Profi?

Die Grillsaison wird für viele mit den steigenden Temperaturen eingeläutet. Aber wie grillt man wie ein Profi?

Foto: dpa-tmn/Christin Klose

Nach einer Umfrage verfügen 95 Prozent der deutschen Haushalte über einen Grill, 80 Prozent der Bundesbürger behaupten, grillen sei ihre Lieblings-Freizeit-Beschäftigung. Im Saarland sind es womöglich noch mehr. Denn die Landsleute gelten als eingefleischte Fans des Grillens beziehungsweise Schwenkens. Diese Erfahrung macht auch Werner Bomblé immer wieder. Wenn er die Teilnehmer seiner Kurse an der Saarlouiser Grillakademie befragt, würde er immer wieder hören, dass dieses Hobby für viele Zuhause das Highlight sei.

Wer seine Grillkünste noch verbessern möchte, ist bei dem gelernten Koch an der richtigen Adresse. Der frühere Sternekoch arbeitet nun seit acht Jahren bei dem Unternehmen, gibt wöchentlich vier Workshops – und kennt natürlich viele Trends und Tricks.

Pizza vom Grill: Pizza Steak statt Pizza Funghi

So sei zurzeit der Pizza-Grill total angesagt. „Ich habe sogar schon einen Kurs vorziehen müssen“, verrät er. Natürlich bereite er keine Pizza Olio oder Funghi zu, stellt Bomblé klar. Stattdessen stehen Alternativen mit geräucherten Steaks, Lachs oder Serrano-Schinken auf seinem Menü. Und auch seine Pizza Chorizo gebe es in keiner Pizzeria.

Diese Speisen lassen sich nicht nur auf speziellen Pizzagrills backen, die ab 350 Euro kosten, sondern auch mit Kohle oder Gas. Das Besondere sei: Alle Modelle, die er bisher benutzt habe, erreichten eine Temperatur von 450 bis 500 Grad: „Die Pizza ist so in 60 bis 90 Sekunden fertig“, erklärt der Koch.

Das ist der perfekte Pizza-Teig für den Grill

„Der Teig ist bei einer Pizza das A und O“, steht für ihn fest. Deshalb bereitet er mit den Kursteilnehmern auch verschiedene Sorten vom Quark-Öl- über Kartoffel- bis zum Brioche-Teig selbst zu. Mit der Soße, die er ebenfalls selbst herstellt, sollte man sparsam sein, lautet ein Tipp von Bomblé. Und den Käse könne man auch nach dem Grillen frisch über die Pizza streuen. Sein Motto lautet: „Kochen fängt da an, wo das Rezept aufhört.“

Der Trend Rückwärtsgaren – was das bedeutet

Sehr trendy sei auch das sogenannte Rückwärtsgaren. Das Fleisch wie zum Beispiel Entrecôte werde dabei sehr langsam vom Nullpunkt auf seine Kerntemperatur gebracht. Danach werde das Grillgut dann bei starker Hitze auf 350 bis 400 Grad nachgegart. So erhalte es sein typisches Branding, also die Streifen, die durch den Abdruck des Grillrosts entstehen. Innen sei es dagegen von vorne bis hinten rosa.

Warnung vorm „Bierdosen-Hähnchen“ – wieso das gefährlich ist

Die Verbraucherzentrale Saarland warnt dagegen vor einem vermeintlichen Trend: Im Internet tauchen in Foren immer wieder Rezepte für das sogenannte „Bierdosen-Hähnchen“ auf: Dieses wird auf eine Dose gestülpt, sodass es darauf aufrecht sitzt, und im Backofen rund eine Stunde brutzeln gelassen. Das dabei verdampfende Bier soll das Fleisch schön saftig bleiben lassen und ihm Extra-Geschmack verleihen.

Doch was als „tolles Grillrezept aus den Staaten“ verkauft wird, sei gesundheitsschädlich, betont Weimar-Ehl. Denn Druckfarben sowie Dosenlack können sich lösen und ins Lebensmittel gelangen. „Solche unsinnigen Tipps gibt es leider immer noch viele im Internet“, weiß die Ernährungs-Expertin. Auf „Bierhähnchen“ müsse dennoch niemand verzichten. Im Handel gebe es spezielle Griller mit Aromabehälter.

Was nicht auf den Grill gehört

„Pökelfleisch, Leberkäse, Kassler und Geräuchertes gehören nicht auf den Grill“, rät Weimar-Ehl weiter. Denn im Pökelsalz sei Nitrat, das sich bei Hitze in giftige Nitrosamine umwandele. „Besser ist es, fettarmes Hühnerfleisch ohne Haut zu grillen. Auch Filet, Lende, Steak, Nacken und Fisch sind gut geeignet“, erklärt die Expertin.

Grill-Tipps für Vegetarier und Veganer

Oder die Grillfans verzichten ganz auf Fleisch und greifen stattdessen zu Alternativen. Neben einer Fülle von vegetarischen Ersatzprodukten würden auch die Gemüse- und Obsttheken des Handels eine reiche Auswahl bieten: „Festfleischige, saftige Gemüsearten – etwa Zucchini, Auberginen, Cocktailtomaten, Champignons, Fenchel, Spargel, Maiskolben, Paprika, Kürbis, Kartoffeln oder Zwiebeln – eignen sich hervorragend zum Grillen“, steht für die Verbraucherzentrale Saarland fest. Einfach mit Öl bestreichen, dickere Ware vorher in Scheiben schneiden oder vorgaren.

Geräucherter Schafskäse

Auch Werner Bomblé von der Saarlouiser Grillakademie kennt viele vegetarische Alternativen: Vom Couscous bis zum Perlgraupenrisotto reichen seine Rezepte. Ein Highlight für ihn ist auch geräucherter Schafskäse. Allerdings würden sich für einen rein vegetarischen Kurs nicht genügend Teilnehmer finden. Und: Vegane Grillgerichte gebe es nur wenige.

Der Trend Outdoor-Küchen

Neben Pizzagrills liegen im Übrigen auch komplette Outdoor-Küchen im Trend. Für Bomblé steht jedoch fest: Er wolle nicht Grills verkaufen, sondern zeigen, was man damit alles machen können. Und dabei komme es oft nicht darauf an, ob es sich nun um ein Modell aus dem Baumarkt oder eines Markenherstellers handele. „Es ist ganz egal, welchen Grill man hat. Man kann aus jedem was herausholen“, sagt der Koch.

Die wichtigsten Tipps, die jeden Grill zum perfekten Grill machen

Weimar-Ehl von der Verbraucherzentrale Saarland hat noch ein paar weitere Tipps rund ums Grillen parat: „Man sollte man auf jeden Fall darauf achten, dass die Kohle nur noch glüht und keine Flammen ans Fleisch schlagen, sonst brennt das Fleisch an“, erklärt sie. In diesem Fall würden sich sogenannte heterozyklische Amine bilden, die vor allem Darmkrebs erregen. Schwarze, angebrannte Stellen sollten daher abgeschnitten werden.

Und auch wer Würstchen auf einem Standgerät zubereite, sollte diese zuerst bei niedriger Temperatur langsam vorgaren, so ein weiterer Tipp des Grillmeisters. „Denn sonst platzen sie auf.“ Bei dieser Methode bleibe dagegen alles in den Würstchen drin, was vom Geschmack her da sein müsste.

Desserts vom Grill

Einfache Desserts vom Rost seien Äpfel, Birnen, Bananen, Erdbeeren, Pfirsiche, Pflaumen, Aprikosen, Ananas oder Mangos. Weimar-Ehl: „Fünf Minuten auf dem Grill und sie besitzen ein besonderes Aroma.“ Komplett werde ein gesundes und kalorienmoderates Grillbüfett durch frische Salate, Gemüsesticks mit Dips, Folienkartoffeln und Brot.

Auf der Internetseite der Verbraucherzentrale des Saarlandes sind unter
www.verbraucherzentrale-saarland.de weitere Tipps für den ungetrübten und gesunden Grillgenuss zu finden.

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