CD-Tipp: Technoider Sound gepaart mit Melancholie

CD-Tipp : Technoider Sound gepaart mit Melancholie

✮✮✮✮✮ The Chemical Brothers „No Geography“: Oldschool-Sound mit vielen Gästen.

Neun Alben haben Tom Rowlands und Ed Simons mit ihrer jüngsten Veröffentlichung „No Geography“ (Virgin EMI/Universal) bisher auf den Markt gebracht. Und um es gleich vorwegzunehmen: Das Duo aus Manchester mag zwar seit knapp 25 Jahren als The Chemical Brothers im Geschäft sein, ans Aufhören denken die beiden aber noch nicht. Warum auch? Sie sind immer noch in der Lage, genügend gute Songs zu schreiben, um ein solch stattliches Album zu veröffentlichen, wie es „No Geography“ eines ist.

In einem eigens für diese Aufnahmen errichteten kleinen Studio in ihrem großen Studio haben sie mit jahrelang archivierten Gerätschaften gearbeitet, die bei ihren ersten beiden Alben – „Exit Planet Dust“ (1995) und „Dig Your Own Hole“ (1997) – zum Einsatz gekommen waren.

Das erklärt den Old School-Vibe und -Sound der Songs, in denen unter anderem die norwegische Popsängerin Auroa, der japanische Rapper Nene (beide wirken im 80er-Jahre-Disco-Synthie-Auftakt „Eve Of Destruction“ mit) oder der Jüngling Eshan Gopal („We’ve Got To Try It“) zu hören sind. Bei der Entstehung des positiv-treibenden „Got To Keep On“ waren sogar gleich mehrere Gäste involviert...

Positiv ist das richtige Stichwort: The Chemical Brothers produzieren auch anno 2019 noch gute Laune und machen Lust, auf ihre Beats mit zu zappeln – siehe alleine das technoide „MAH“. Auch melancholisch stimmende Songs wie „Catch Me I’m Falling“ stehen ihn gut zu Gesicht.

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