Queensrÿche, Overkill und Megadeth überzeugen mit neuen Alben

CD-Tipps : Von Progressive-, Thrash- und Speedmetal

Wechselnder Metal mit den US-Bands Queensrÿche, Overkill und Megadeth.

Ein Wechsel hinter dem Mikrofon ist für jede Band schwierig. Der Gesang ist das vielleicht wichtigste Aushängeschild einer Band. So war das auch bei Queensrÿche und Geoff Tate. Als sich deren Wege 2012 trennten, stand den Fans der Progressive Metal-Band ein großes Fragezeichen ins Gesicht geschrieben. Doch dann zauberten die Herren Todd La Torre aus dem Hut, der zuvor schon die unmögliche Aufgabe gelöst hatte, bei Crimson Glory den verstorbenen Sänger John Patrick Jr. McDonald alias Midnight zu ersetzen.

Auf seinem dritten Queensrÿche-Album „The Verdict“ (Century Media/Sony Music ✮✮✮✮✮) singt er nicht nur, er hat in Abwesenheit von Schlagzeuger Scott Rockenfield auch dessen Part übernommen. Was für ein Talent.

Wer dem Album Zeit gibt, wird erkennen können, dass sich die Band keinen besseren Frontmann hätte wünschen können. Die dynamischen Songs, Michael Wiltons Gitarrenspiel und letztlich La Torres brillanter Gesang (nachzuhören in der Halbballade „Dark Reverie“) sollten allen alten Fans der Band mehr als zusagen und das Fehlen von Tate vergessen lassen.

The Verdict ist das dritte Album von Queensrÿche mit ihrem neuen Sänger. Foto: Century Media/Sony Music

Ebenfalls in bestechender Form sind die New Yorker Thrash Metaller Overkill. „The Wings Of War“ (Nuclear Blast/Warner Music ✮✮✮✮✮) ist ihr 19. Studioalbum und wenn sie dessen Niveau noch etwas konservieren können, wird ihr Jubiläumsjahr zum ­Freudenfest.

Mit erfreulicher Härte, Vollgas und Raffinesse gehen sie auf dem selbstproduzierten „The Wings Of War“ zu Werke und lassen keinen Zweifel daran, dass sie im 39. Jahr ihres Bestehens immer noch zur Speerspitze der international (Thrash) Metal-Szene zählen.

Die Songs „Believe In The Fight“, „Welcome To The Garden State“, „Where Few Dare To Walk“ und „Hole in My Soul“ haben sich einen Platz in ihrer Setlist verdient. Oder anders gesagt: Einen besseren Einstand als diese Thrash Metal-Attacke von einem Album hätte sich Schlagzeuger Jason Bittner (früher Flotsam & Jetsam und Shadows Fall) kaum wünschen können.

The Wings of War ist das 19. Studioalbum der US-Band Overkill. Foto: Nuclear Blast/Warner Music

Ein neues Studioalbum haben Dave Mustaines Band Megadeth seit Nummer 15., „Dystopia“ von 2016, leider nicht mehr veröffentlicht. Dafür blickt er nun mit „Warheads On Foreheads“ (AG Records/Universal Music ✮✮✮✮✮) auf die lange Karriere seiner Band zurück. Die Anthologie erstreckt sich über drei CDs beziehungsweise vier LPs und umfasst alle Alben: angefangen 1985 bei „Killing Is My Business... And Business Is Good!“, ergo zwei Jahre nach seinem Rauswurf bei Metallica, und endet beim zuvor erwähnten „Dystopia“.

Auf Warheads on Foreheads blicken Megadeth auf die letzten Jahre zurück. Foto: AG Records/Universal Music

Natürlich war bei Megadeth nie alles aus Gold was glänzte, aber es hat für viele unvergessliche Songs gereicht: siehe „Killing Is My Business And Business Is Good“, „Devils Island“, „Set The World Afire“, „Holy Wars“ und „Symphony Of Destruction“, um nur ein paar der Höhepunkte der ersten fünf Alben zu nennen.

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