Neue Musikalben für Fans von Alternative Rock

Pixies, Mudhoney und Mike Patton And Jean-Claude Vannier : Zwischen eingängig und irrsinnig

Alternative Rock-Helden: Pixies (✮✮✮), Mudhoney (✮✮✮✮✮) und Mike Patton And Jean-Claude Vannier (✮✮✮✮✮).

Pixies, Ikonen des Alternative Rock aus dem amerikanschen Boston, haben für ihr drittes Album nach ihrem Comeback das Label gewechselt. Die Hintergründe sind nicht bekannt, aber ihre ehemaligen Partner werden diesem Album wohl nur bedingt hinterhertrauern. „Beneath The Eyrie“ (Infectious/BMG/Warner ★★★) ist kein Reinfall, kommt aber nicht an die früheren Werke heran.

„Bird Of Prey“ ist ein netter Surf-Folk-Song und die Single „Graveyard Hill“ sowie der Opener „In The Arms Of Mrs. Mark Of Cain“ tragen eindeutig die Pixies-Handschrift. Doch so richtig mag das Album nicht zünden. Zu selten sind Black Francis (Gesang, Gitarre), Joey Santiago (Gitarre), Paz Lenchantin (Bass) und David Lowering (Drums) in bestechender Form wie im Fall von „St. Nazaire“, wo sie etwas energischer werden, oder „Daniel Bloome“, in dem sie sich der Melancholie hingeben.

tr-musik-10.10.19.-pixies-Beneath the eyrie- Warner. Foto: Warner

Mudhoney, Alternative Rocker aus der Westküsten-Metropole Seattle, hatten von den Aufnahmen zu ihrem letztjährigen Album „Digital Garbage“ noch einige Songs über, die sie nicht ungehört lassen wollten. Daher erschien gerade das Minialbum „Morning In America“ (SubPop/Cargo ★★★★★).

tr-musik-10.10.-mudhoney-Morning America-Cargo. Foto: Cargo

„Let’s Kill Yourself Live Again“ ist eine neue Version des „Digital Garbage“-Songs „Kill Yourself Live“, „One Bad Actor“ eine neue Version des gleichnamigen Songs, der auf einer raren Vinyl-Splitsingle mit Hot Snakes zu finden ist, und „Vortex Of Lies“ erschien zuvor auf einer limitierten Tour-Vinylsingle. Dazu gesellen sich drei Songs aus den bereits erwähnten alten Aufnahmesessions und „Ensam I Natt“ („So Lonely Tonight“), ein englischsprachiges Cover der schwedischen Band The Leather Nun. Fertig ist „Morning In America“ - kurz und knackig.

Wo Mike Patton drauf steht, steckt meist Irrsinniges drin. Nicht so im Fall von „Corpse Flower“ (Ipecac/[PIAS]/Rough Trade ★★★★★), dem Album von Mike Patton And Jean-Claude Vannier. Der Sänger der Alternative Rock-Band Faith No More und der französische Komponist, der für seine Zusammenarbeit mit Chanson-Legende Serge Gainsbourg bekannt ist, servieren zwölf eingängige Songs.

tr-musik-10.10.-mike-patton-Corpse Flower-Rough Trade. Foto: Rough Trade

Kennengelernt hatten sie sich 2011 bei der gemeinsamen Arbeit an einer Gainsbourg-Retrospektive. Aus der Idee, vielleicht mal gemeinsame Sache zu machen, wurde Jahre später Realität. Gut so, denn Vanniers wundervoll einlullenden, orchestralen Kompositionen mit französischem Flair und Pattons melodischer Gesang harmonisieren perfekt.

 Manch ein Song könnte dem Faith No More-Repertoire entstammen („Camion“, „On Top Of The World“), andere sich auf einem Album von Serge Gainsbourg wiederfinden („Chansons D‘Amour“). „Cold Sun Warm Beer“ hat wiederum etwas von Pattons anderem berühmt-berüchtigten Musikprojekt Mr. Bungle. „Corpse Flower“ ist letztlich doch irrsinnig – irrsinnig vielfältig.

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