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Neue Musik von den beiden Sängerinnen Meadows und Roger O’Donnell

Neues von Meadows und Roger O’Donnell : Zweimal kleines Kino mit großen Gefühlen

✮✮✮✮ Die beiden Sängerinnen St. South und Sofie begeistern mit sehr persönlichen Alben.

Es sei in Ordnung, sich gleichzeitig gut und schlecht zu fühlen, gibt Olivia Gavranich alias St. South zu Protokoll. Schicksalsschläge pflastern den Weg der jungen Künstlerin aus Australien. Zur Bewältigung – also zum baldigen „Get Well Soon“ (Nettwerk Music Group ✮✮✮✮) – schreibt sie Lieder, die emotional zwischen Erschöpfung und Hoffnung changieren. Musikalisch sind softer Pop, feine Electronica und süßer Folk Eckpfeiler. In diesem Dreieck wird sehr eigen, sehr leuchtend und mit ganz viel Herzblut gespielt. Im stillen Kämmerlein brachte sich St. South das Singen, das Produzieren und das Gitarrespielen bei. Ihr Sendungsbewusstsein scheint gering, die Dringlichkeit von Wort und Ton hat dennoch beseelende Effekte.

 St. South – Get well soon
St. South – Get well soon Foto: Nettwerk

Ähnlich verträumt und erschöpft, indes ebenfalls mit Hoffnungsschimmern angereichert hat Sofie die Songs ihres ebenso tollen Debüt-Albums inszeniert. In Los Angeles war die multitalentierte Musikerin überwiegend als DJ tätig. Nun kehrte sie nach Wien zurück, um ein ganz programmatisch „Cult Survivor“ (Stones Throw Records/PIAS ✮✮✮✮) betiteltes Album einzuspielen. Jene drei im Kontext von St. South oben genannten Eckpfeiler behalten auch hier Gültigkeit, doch erhalten sie von Sofie einen Upgrade bezüglich Körperlichkeit und Coolness. Das Fazit bleibt freilich auch hier: kleines Kino, große Gefühle.