Neue Alben von Hiss Golden Messenger, Deichkind und Mum

Großes Kino, Perfektion und ein Jubiläum : CD-Player

Unsere Kritiker haben sich für euch drei weitere Alben angehört.

✮✮✮✮✮ Hiss Golden Messenger: „Terms Of Surrender“ (Merge/Cargo): In einigen Songs gelingt dieser Indie-Band aus North Carolina die unerwartet leichthändige Balance zwischen feingliedriger, süßer Poppracht, berückender Folk-Intimität und einem Hauch Prince’scher Exaltiertheit. „Bright Direction“ und „Down At The Uptown“ dürfen hierfür als perfekte ­Beispiele gelten. Anderes offeriert ­seine Magie offensiver, tanzbarer. Köstlich verspult pluckert „Old Enough To Wonder Why“. Ganz großes Kino.

✮✮✮✮✮✮ Deichkind „Wer Sagt Denn Das?“ (Sultan Günther Music/Universal): Ironie, Partyspaß und Gesellschaftskritik geschickt miteinander zu verbinden, das ist eine hohe Kunst. Diese haben Deichkind perfektioniert. Ihr aktuelles Album ist da keine Ausnahme, für das sie sich prominente Unterstützung ins Boot geholt haben: Rammsteins Till Lindemann ist in der genial-stumpfen Hymne „1000 Jahre Bier“ zu hören, Jan Böhmermann und Olli Schulz reihen sich in die Gästeliste ein. 18 Tracks sind es geworden. Nicht alle springen einem ­partytrunken und mit Anlauf ins Gesicht, aber ein jeder macht sehr viel Spaß.

✮✮✮✮✮ Mum „Yesterday Was Dramatic – Today Is Okay“ (Morr/Indigo): Nicht alle Jubiläums-Editionen lohnen. Diese hier schon. Vor 20 Jahren balancierten die Isländer Gunnar Öre Tynes und Örvar Smarason auf dem schmalen Grat zwischen digital und analog, elektrisch und akustisch mit stilbildender Eleganz, betörender Finesse, infizierender Verspieltheit und auch großem Mut. Es klimpert, rauscht, schlingert, groovt, schwelgt, tänzelt, klöppelt und rumpelt 67 spannende Minuten lang… Schmankerl: Remixe von unter anderem Hauschka, Soley und dem Kronos Quartet.